Kulturbeben Juni 2017

Die Themen der Sendung:

Music Was Our First Love am Samstag den 03.06.2017

NACHRICHTEN AUS DEM SCHLARAFFENLAND

Wer kennt es nicht, dieses wundersame Bild: Ein knorriger einsamer Baum auf einem grasbewachsenen Hügel, der sich nicht unter der Last seiner Früchte beugt, sondern behangen ist von Schlangen fetter Würste und feister Schinken. Statt eines einsamen Adlers schwirrt gebratenes Geflügel durch die milden Lüfte. Im Hintergrund plätschert ein Bach aus sahniger Milch. Die Sonne steht freundlich am Firmament und im Schatten des Baumes liegt schläfrig zufrieden ein saturierter Zeitgenosse, die Hände friedlich über den Schmerbauch gefaltet, die Augen geschlossen, der Mund geöffnet, träumend in Erwartung des fatalen letzten Plätzchens.

Wie immer man auch die Allegorie dieser anstrengungslosen Völlerei deuten will, die MufL-Redaktion hat keinen Aufwand gescheut und ist weg von dieser Utopie in die wirklichen kulinarischen Gegenden vorgedrungen, enthusiastisch unterstützt von einem Fachmann der internationalen Gastronomie, der in seinen geschmackvollen Darbietungen noch die banalste Kartoffel zu einer Geschmacksexplosion der Sinne werden lässt. Zwei volle Stunden lang haben wir unsere Köpfe interessiert in viele Kochtöpfe dieser Welt gesteckt, um unserer Hörerschaft ein superbes Menu zu bieten, unterlegt mit digestiver Musik.

{ Die andere Seite der Medaille – den Hunger, der ja nicht zu knapp vorherrscht in dieser Welt – haben wir in dieser Sendung ausgeklammert. Da müssten wir unsere Hörer ja glatt darauf hinweisen, die ständigen Almosensammlungen gegen den Hunger zur Beruhigung des schlechten Gewissen aufzugeben und stattdessen lieber dem Heißhunger ihrer nationalen Unternehmerschaft – die alle als sog. „Global Players“ ihre „ökonomischen Muskeln“ spielen lassen, indem sie durch die Ausbeutung aller Ressourcen in den Ländern der sog. Dritten Welt den Hunger erst verursachen – einen Riegel vorzuschieben. Diese Erkenntnis ist eher „unappetitlich“ und ernüchternd dazu. }

Bewegen Sie sich daher mit unser weiterhin ganz stur und arrogant in den Sphären des „guten Geschmacks“. Also, Tisch festlich decken, Silberbesteck auflegen, Kerzen entzünden und natürlich Hände vorher waschen; für die entsprechende Musik sorgen wir, wenn es wieder heißt „Music was Our first Love“ am Samstag, den 3. Juni von 18:00 – 20:00 Uhr.

Übrigens, ein „Bäuerchen“ danach ist erlaubt !

Bildquelle: http://www.kunst-luebeck.de/kunstwerkedetails/schlaraffenland.html

Kulturbeben Mai 2017

Am 3. Mai lief die erste Ausgabe von

Kulturbeben
Kultur für alle – von allen

Die Themen der Sendung:

Programmheft Mai 2017

Titelbild unseres Programmhefts.Nachdem wir letzten Monat zwei Mal groß unser zwanzigjähriges Jubiläum gefeiert haben, einmal mit einer Party im Trauma und einmal mit einem kleinen Empfang im Rathaus, geht es diesen Monat wieder gewohnt weiter im Funkhausalltag.
Ja, der Mai steht vor der Tür! Und mit ihm endet mit etwas Glück auch das wechselhafte Aprilwetter.
Auch bringt der Mai einige Feiertage mit sich, den 1. Mai, Himmelfahrt und natürlich Pfingsten. Diese Jahr könnt ihr euch aber nicht nur auf den Freien Tag bei Christi Himmelfahrt und ein mögliches langes Wochenende freuen sondern auch auf das RadioCamp, das vom 24. – 28. Mai wieder am Bodensee bei Markelfingen stattfindet.
Ansonsten könnt ihr euch wie immer auf ein abwechslungsreiches Programm im Radio freuen.
Mit Juicy Sushi gibt es am 10. Mai um 22 Uhr eine neue Musiksendung, mit elektronischer Musik und einem Live-DJ Set in der letzten Stunde.
Und nicht vergessen:
Nächsten Monat gibt es wieder einen Einführungsworkshop ins Radiomachen! Wenn du also gerne lernen möchtest selber Radio zu machen, vielleicht gerne eine eigene Sendung machen magst dann schreib dir den 09. – 11. Juni am Besten schon mal dick und fett in den Kalender und melde dich am Besten schoneinmal an. Wie du dich anmeldest und was genau dich bei dem Workshop erwartet findest du auf unserer Homepage in der Kategorie radio.machen.
Wir freuen uns auf dein Kommen!
Und starten mit viel Freude und einem tollen Programm in den Mai.    (lg)

Music Was Our First Love am Samstag den 06.05.2017

ANSICHTEN VON AMERIKA

Reisen nach Amerika resp. den Vereinigten Staaten waren schon immer sehr beliebt, zumal dort „unbegrenzte Möglichkeiten“ lauern sollen. (Wieso ausgerechnet der Begriff „Möglichkeit“ und die Bedeutung seines Inhalts geografisch fixiert sein soll, ist allerdings ungeklärt !)

Auch der Genuese Cristoforo Colombo wollte eigentlich nur schnellstmöglich nach Indien, musste aber feststellen, dass man bei wichtigen Entdeckungen, Amerika einfach nicht „umgehen“ kann, – eine Tatsache, die heute mehr denn je von Bedeutung ist.

Eingedenk dieses Tatbestandes begleitet die MUfL- Redaktion in diesem Radiofeature zwei kommunistische Journalisten aus der Sowjetunion, die in den 30iger Jahren des Letzten Jahrhunderts ganz offiziell die USA bereisten. Gleich einem unauffälligen Schatten sind wir stets auf ihren Spuren, verfolgen mit Interesse ihre staunenden, offenen Münder, die wachen Blicke und ihren hellen Verstand, der uns ihre Kommentare auf die Zunge diktiert. Angesichts der abwechslungsreichen Reiseerlebnisse sind wir auch Zeuge des Gemütszustands und Seelenheils unserer beiden Protagonisten. Da kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass beide gerne die Entdeckung Amerikas rückgängig machen möchten. Ach ja, manchmal könnten „unbegrenzte Möglichkeiten“ wirklich etwas Wunderbares sein !

Aber im Hier und Jetzt hat die Hörerschaft von Radio Unerhört Marburg keinerlei Möglichkeit, sondern lediglich die freie Entscheidung, mit der Redaktion über den Äther in die „Neue Welt“ zu reisen, wenn es wieder heißt: Music was our First Love – auch ohne Green Card und biometrischen Fingerabdruck.

Bildquelle: https://pixabay.com/en/usa-dollar-discovery-america-land-1940241/

Programmheft April 2017

20 Jahre RUM!

Erleichterung, Euphorie und Tatendrang beherrschten die Gefühlslage hunderter Radiobegeisterter am 5. April 1997: Radio Unerhört Marburg feierte den Beginn des dauerhaften Sendebetriebs auf 90,1 MHz. Bei manchen mischte sich auch eine gehörige Portion Genugtuung darunter. Genugtuung darüber, es tatsächlich
geschafft zu haben: Drei Jahre phantasie- und mühevoller Planung, Vereins-meierei und Mitgliedergewinnung, Raumsuche und Studioausbau, redaktionelle Konzepte und Finanzakquise, medienpolitische Lobbyarbeit und Antrags-bürokratie lagen erfolgreich hinter uns. Und vor uns:
Nichts weniger als die Umwälzung der Medienlandschaft Mittelhessens.
20 Jahre später lässt sich festhalten: nicht alle Utopien von damals sind Realität
geworden, aber seit über 1000 Wochen sendet Radio Unerhört Marburg ein
kontinuierliches Programm und bietet mit politischer, kultureller, musikalischer
und sprachlicher Vielfalt Alternativen in der mittelhessischen Medienlandschaft.
Gespeist aus der Kraft von mehr als 100 ehrenamtlichen RedakteurInnen, Mo-
deratorInnen, TechnikerInnen und unterstützt von einem kleinen Kreis bezahlter
KollegInnen werden wöchentlich 60 Stunden originales freies Radioprogramm
produziert. Im Zeitalter der Debatten um „Lügenpresse“ und „Fake-News“ bietet
RUM einen Rahmen zur selbstbestimmten eigenverantwortlichen und (möglichst) diskriminierungsfreien Medienproduktion und vermittelt umfassende Medienkompetenz.
20 Jahre RUM bedeuten also vor allem wesentliche Beiträge zum Erhalt und Ausbau der demokratischen Kultur in der Gesellschaft.
Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
(sk)

Music Was Our First Love am Samstag den 4. März 18:00 Uhr


Musikalische Dialoge – Mieseste Anmache oder das große Baggern

in Rock, Pop, Jazz und Blues

Der Zeitgeist schwelgt heutzutage in Kommunikation als dem vermeintlichen Lebenselexier der modernen Gesellschaft.
Myriaden von Emails huschen durch virtuelle Netze und hinterlassen bei den Empfängern unübersehbare und meist ungelesene Textmüllhalden. Bei den Machern füllen sich dafür die Kassen, wie Dagobert Ducks legendärer Geldspeicher.
Bei der heutigen Jugend – dem Sinnbild der lichten Zukunft – sind Mutationen zu einer ausschließlich überdimensionierten Daumenmotorik diagnostiziert worden, und so wird es bald niemanden mehr wundern, wenn ihr am Ohr die Handys festwachsen, über welche man sich nach wie vor nichts wirklich Weltbewegendes zu sagen hat, mit dem Unterschied, dass für dieses belanglose Geschwätz teuer bezahlt werden muss und bei nicht wenigen schon einen erklecklichen Schuldenberg kumuliert hat.
Das ist nur gerecht!
Bei uns gibt es stattdessen ein kommunikatives Vergnügen der preiswerten Art: Musiker sprechen über ihre Instrumente miteinander!

Manche plappern ihren Vorspieler nur wie Papageien nach, andere führen mit Kontrabass und Klarinette einen durchaus ernsthaften Disput. Gurrend wie Turteltauben erörtert ein Pärchen, ob ihre Liebe auch noch am nächsten Tag Bestand hat, und schließlich deckt die Redaktion noch den beispiellosen Skandal auf, mit welch raffinierten Argumenten sich Männer vor der Hausarbeit drücken.
Diese äußerst spannenden musikalischen Kommunikationsstrukturen werden nicht an der durchkomponierten Klassik, sondern an zeitgenössischer improvisierter Musik veranschaulicht. Auf welche kreativen Mittel – auch ohne Handy und Email – da zurückgegriffen wird, lässt sich frei mit dem alten Sprichwort belegen: „Wie man in die ‚Band’ hineinruft, schallt es heraus …oder auch nicht !“
 

Apropos Kommunikation! Natürlich können die Zuhörer auch während der Sendung mit den Moderatoren reden. Also, lasst den Daumen zucken und wählt die 06421 / 961991 des Studios bei RUM, wenn es wieder heißt MUSIC WAS OUR FIRST LOVE, aber trennt das Handy vom Ohr, sonst habt Ihr nichts von der Musik, sondern nur das Besetzt -Zeichen.

Bildquelle: https://www.facebook.com/387741883981/photos/a.403108758981.199385.387741883981/10151128772053982/?type=1&theater

Programmheft März 2017

Herzlich Willkommen in unserem Programmheft für den März 2017.
Diesen Monat gibt es ein Zusammenspiel zwischen Titel- und Rückseite unseres Programmheftes. Am 20. März ist Tag-Und-Nacht-Gleiche. In Anlehnung an den kalendarischen und astronomischen Frühlingsanfang, ist auf der Titelseite der Tag zu sehen, auf der Rückseite die Nacht.

Das März-Programm ist wie immer abwechslungsreich und bietet einiges für die Ohren. Wir haben zum Beispiel wieder eine Sendung unter dem Namen – und Motto – RUMprobieren! Sie läuft am 12. März von 14 – 15 Uhr und dokumentiert die ersten Schritte neuer Sendungsmachenden.

Wir haben auch schon ein paar Ausblicke in den April gewagt. Wir möchten 20 Jahre RadioUnerhört Marburg feiern! Und zwar nicht nur intern, sondern so, dass möglichst ganz Marburg was davon hat. Die Party findet am Samstag, 01. April 2017 ab 22 Uhr im trauma statt.

Aber was mache ich, wenn ich kein Radio habe oder wenn ich eine Sendung, die mich interessiert, verpasse? Auf unserer Webseite haben wir sowohl einen Livestream, als auch Podcasts für einen Großteil unserer Sendungen. Die Links finden sich in diesem und in allen anderen Programmheften. Wer aufmerksam sucht, findet den Link zu den Podcasts links von diesem Text. Den Link zum Livestream auf
der Rückseite als QR-Code.
Und wenn mir das Programmheft nicht genug Infos bietet? Dafür haben wir einen Newsletter, der auf unserer Webseite abonniert werden kann.

Keine Ausreden mehr! RUM hören! Mitmachen! Den Frühling und unser Jubiläum feiern!
Wir wünschen viel Spaß mit unserem Radioprogramm im März. (jr)

Programmheft Februar 2017

 

Kaum zu glaube, aber wahr,
des Radio werd‘ 20 Jahr‘,
*Tüftä, Tüftä, Tüftä!*

Es ist Fastnacht. Es ist Februar. Und diesen Februar gibt es noch viel mehr als Fastnacht.
Unsere FSJlerinnen haben Halbzeit. Es ist schon ein halbes Jahr bei Radio Unerhört um, dabei fühlt es sich doch so an, als hätte das FSJ letzte Woche erst angefangen.

Das Projekt „Inklusion lässt sich hören“ feiert Premiere. Hierbei handelt es sich um eine Sendereihe in leichter Sprache.
Kinderreporter:innen aus Marburg haben eine Sendung gestaltet, die sich mit der Frage auseinander setzt, ob kein Krieg das gleiche ist, wie Frieden.
Weitere Infos zu beiden Projekten gibt‘s auf der Doppelseite.

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Du hättest gerne mal wieder einen richtigen BRUMschädel?
Du möchtest am liebsten ständig mit RUM auf einer Wellenlänge sein?
Knallig orange und silberglänzend findest du echt schön?
Wir können helfen! Wir bieten RUMbuddeln und Feuerzeuge an.
Käuflich erwerbbar sind sie im Funkhaus und im HavannaAcht, wo die RUMbuddeln auf Wunsch auch gefüllt werden.
Jetzt zugreifen!

Vom 10. – 12. März findet unser nächster Wochenendworkshop zur Einführung ins Radiomachen statt. Hierbei eignen sich Interessierte, Grundwissen zu Freien Radios und zur
Produktion von Sendebeiträgen an. Außerdem fahren sie ihre erste Livesendung!
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Wir wünschen viel Spaß in der närrischen Zeit und viel Spaß mit unserem
abwechslungsreichen Februarprogramm! Helau!                      (jr)

Music Was Our First Love am Samstag dem 04. Februar um 18 Uhr

Von Einem, der auszog, das Fürchten zu lernen…

aber unverrichteter Dinge an seinen Schreibtisch zurückkehrte, um die furchtbaren Erlebnisse in Zeitungsessays der Lächerlichkeit preiszugeben.

Der Mann heißt Christoph Zürcher, ist Ressortleiter des Feuilletons der „Neuen Züricher Zeitung“, und er bereist Orte und Weltgegenden, gegen die der luftige Ausflug eines Felix Baumgartner eine Kindergartenparty ist.

Ob Auge in Auge mit den gefräßigen Riesenwaranen auf Komodo, ob auf der Suche nach Bin Laden (†), ob als Marathonläufer im brasilianischen Dschungel oder als Teilnehmer eines mit Medikamenten zugedröhnten, himalayischen Bergsteigercamps… immer werden diese Grenzerfahrungen mit einem zwinkerndem Auge kommentiert. Den Lesern wird das Erlebte in einer bunten Mischung aus arroganter Weltbürgersicht mit intellektueller Distanz zur Sache und entsprechend humoriger „Bierernsthaftigkeit“ verabreicht. Die Furcht verkommt zum literarischen Kunstgriff, damit die Spannung nicht auf der Strecke bleibt.

Wem also von unseren Zuhörern-innen das intellektuelle Schmunzeln eine genüssliche Manier ist, sich die ödesten Weltgegenden als das letzte wahre Abenteuer vorzustellen, der/die sollte mal wieder reinhören, wenn die MUSIC WAS OUR FIRST LOVE-Redaktion in ihrem Hörspielfeature berichtet von Einem, der auszog…….

Die Sendung als Podcast.