Programmheft Juni

Irgendwie hat man das Gefühl das dieses Jahr gerade erst begonnen hat und doch ist es schon bald zur Hälfte rum.
Während also das Jahr gut voran schreitet, so kommen auch viele Dinge hier im Funkhaus in Bewegung und das nicht nur wegen der Bauarbeiten direkt neben uns.
Der Beginn der Bauarbeiten bei uns im Gebäude steht noch nicht genau fest, aber schon jetzt legen wir fest wie alles aussehen soll, wenn es mal fertig ist. So bekommt unser Funkhaus eine Rampe für den barrierefreien Zugang zum Gebäude und die entsprechende Visualisierung macht einen guten Eindruck. Aber nicht nur große Sachen werden jetzt schon konkret, sondern auch gefühlte Kleinigkeiten, wie die Position der Steckdosen in den jeweiligen Räumen.

Große Pläne gibt es auch für den Lokschuppen direkt nebenan. Wenn ihr dieses Editorial vor dem 6. Juni lest habt ihr noch die Möglichkeit an diesem Tag eine Informationsveranstaltung zu dem Thema zu besuchen. Danach bleibt immer noch die Berichterstattung zu dem Thema bei uns im Programm.

Im Juni präsentieren euch dort einige neue Sendungen. Die Sendung „Kintopp“ bringt euch die Welt des Films und des Kinos und widmet sich in jeder Ausgabe einem besonderem Filmgenre, natürlich auch mit passender Filmmusik.
Ein noch zartes Pflänzchen ist die Sendung „Kulturbeben“, die euch monatlich über das kulturelle Angebot in Marburg und darüber hinaus informieren möchte.

Weil uns das noch nicht auslastet entscheiden wir im Juni auch noch darüber, wer bei uns ab September ihr_sein FSJ Kultur Jahr absolviert.            (al)

 

Kulturbeben Mai 2017

Am 3. Mai lief die erste Ausgabe von

Kulturbeben
Kultur für alle – von allen

Die Themen der Sendung:

Programmheft Mai 2017

Titelbild unseres Programmhefts.Nachdem wir letzten Monat zwei Mal groß unser zwanzigjähriges Jubiläum gefeiert haben, einmal mit einer Party im Trauma und einmal mit einem kleinen Empfang im Rathaus, geht es diesen Monat wieder gewohnt weiter im Funkhausalltag.
Ja, der Mai steht vor der Tür! Und mit ihm endet mit etwas Glück auch das wechselhafte Aprilwetter.
Auch bringt der Mai einige Feiertage mit sich, den 1. Mai, Himmelfahrt und natürlich Pfingsten. Diese Jahr könnt ihr euch aber nicht nur auf den Freien Tag bei Christi Himmelfahrt und ein mögliches langes Wochenende freuen sondern auch auf das RadioCamp, das vom 24. – 28. Mai wieder am Bodensee bei Markelfingen stattfindet.
Ansonsten könnt ihr euch wie immer auf ein abwechslungsreiches Programm im Radio freuen.
Mit Juicy Sushi gibt es am 10. Mai um 22 Uhr eine neue Musiksendung, mit elektronischer Musik und einem Live-DJ Set in der letzten Stunde.
Und nicht vergessen:
Nächsten Monat gibt es wieder einen Einführungsworkshop ins Radiomachen! Wenn du also gerne lernen möchtest selber Radio zu machen, vielleicht gerne eine eigene Sendung machen magst dann schreib dir den 09. – 11. Juni am Besten schon mal dick und fett in den Kalender und melde dich am Besten schoneinmal an. Wie du dich anmeldest und was genau dich bei dem Workshop erwartet findest du auf unserer Homepage in der Kategorie radio.machen.
Wir freuen uns auf dein Kommen!
Und starten mit viel Freude und einem tollen Programm in den Mai.    (lg)

Music Was Our First Love am Samstag den 06.05.2017

ANSICHTEN VON AMERIKA

Reisen nach Amerika resp. den Vereinigten Staaten waren schon immer sehr beliebt, zumal dort „unbegrenzte Möglichkeiten“ lauern sollen. (Wieso ausgerechnet der Begriff „Möglichkeit“ und die Bedeutung seines Inhalts geografisch fixiert sein soll, ist allerdings ungeklärt !)

Auch der Genuese Cristoforo Colombo wollte eigentlich nur schnellstmöglich nach Indien, musste aber feststellen, dass man bei wichtigen Entdeckungen, Amerika einfach nicht „umgehen“ kann, – eine Tatsache, die heute mehr denn je von Bedeutung ist.

Eingedenk dieses Tatbestandes begleitet die MUfL- Redaktion in diesem Radiofeature zwei kommunistische Journalisten aus der Sowjetunion, die in den 30iger Jahren des Letzten Jahrhunderts ganz offiziell die USA bereisten. Gleich einem unauffälligen Schatten sind wir stets auf ihren Spuren, verfolgen mit Interesse ihre staunenden, offenen Münder, die wachen Blicke und ihren hellen Verstand, der uns ihre Kommentare auf die Zunge diktiert. Angesichts der abwechslungsreichen Reiseerlebnisse sind wir auch Zeuge des Gemütszustands und Seelenheils unserer beiden Protagonisten. Da kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass beide gerne die Entdeckung Amerikas rückgängig machen möchten. Ach ja, manchmal könnten „unbegrenzte Möglichkeiten“ wirklich etwas Wunderbares sein !

Aber im Hier und Jetzt hat die Hörerschaft von Radio Unerhört Marburg keinerlei Möglichkeit, sondern lediglich die freie Entscheidung, mit der Redaktion über den Äther in die „Neue Welt“ zu reisen, wenn es wieder heißt: Music was our First Love – auch ohne Green Card und biometrischen Fingerabdruck.

Bildquelle: https://pixabay.com/en/usa-dollar-discovery-america-land-1940241/

Ein kleines Radio und die große Politik

Da war doch gerade das 20jährige RUM-Jubiläum – und das heißt, es wird Zeit für die traditionelle Jubiläumsjammerei über den großen politischen Anspruch und die kleinteilige Wirklichkeit.
RUM ist mit einem politischen Anspruch gestartet – obwohl es im Rückblick so scheinen mag, dass er schon damals nicht recht klar war. Schlagwort war: Gegenöffentlichkeit. Es ging darum, auf Mißstände hinzuweisen, benachteiligte Gruppen selber zu Wort kommen zu lassen … Schon bald wurde der Begriff aber offenbar skeptisch gesehen: als die naive Vorstellung, mittels Verbreitung von Informationen letztlich die Gesellschaft verändern zu können.
Ist das eine „verkürzte Medienwirkungsanalyse“? Oder liegt die Frustration über die ausbleibende Wirkung bloß an der mangelhaften Umsetzung dieses Anspruchs? Denn ein konkretes und umfassendes politisches Programm gab es nie, allenfalls inhaltliche Rahmenpunkte. Dazu kommt, dass das Programm ehrenamtlich produziert wird, also mit den dafür typischen Nachteilen zu kämpfen hat: mangelnde Kontinuität, unzureichende Arbeitsbedingungen, schlicht nicht genug Zeit für umfangreiche Recherchen …
Ist das Konzept der Gegenöffentlichkeit gescheitert, oder sind bloß wir mit der Umsetzung gescheitert?

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Programmheft April 2017

20 Jahre RUM!

Erleichterung, Euphorie und Tatendrang beherrschten die Gefühlslage hunderter Radiobegeisterter am 5. April 1997: Radio Unerhört Marburg feierte den Beginn des dauerhaften Sendebetriebs auf 90,1 MHz. Bei manchen mischte sich auch eine gehörige Portion Genugtuung darunter. Genugtuung darüber, es tatsächlich
geschafft zu haben: Drei Jahre phantasie- und mühevoller Planung, Vereins-meierei und Mitgliedergewinnung, Raumsuche und Studioausbau, redaktionelle Konzepte und Finanzakquise, medienpolitische Lobbyarbeit und Antrags-bürokratie lagen erfolgreich hinter uns. Und vor uns:
Nichts weniger als die Umwälzung der Medienlandschaft Mittelhessens.
20 Jahre später lässt sich festhalten: nicht alle Utopien von damals sind Realität
geworden, aber seit über 1000 Wochen sendet Radio Unerhört Marburg ein
kontinuierliches Programm und bietet mit politischer, kultureller, musikalischer
und sprachlicher Vielfalt Alternativen in der mittelhessischen Medienlandschaft.
Gespeist aus der Kraft von mehr als 100 ehrenamtlichen RedakteurInnen, Mo-
deratorInnen, TechnikerInnen und unterstützt von einem kleinen Kreis bezahlter
KollegInnen werden wöchentlich 60 Stunden originales freies Radioprogramm
produziert. Im Zeitalter der Debatten um „Lügenpresse“ und „Fake-News“ bietet
RUM einen Rahmen zur selbstbestimmten eigenverantwortlichen und (möglichst) diskriminierungsfreien Medienproduktion und vermittelt umfassende Medienkompetenz.
20 Jahre RUM bedeuten also vor allem wesentliche Beiträge zum Erhalt und Ausbau der demokratischen Kultur in der Gesellschaft.
Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
(sk)

Spendenaufruf für das RadioCamp 2017

 

Auch in diesem Jahr wird es wieder ein Radiocamp am schönen Bodensee geben.
Vom 24. – 28. Mai 2017 versammeln sich Menschen von unterschiedlichen Freien Radios, aus verschiedenen Ländern, um sich zu vernetzen, auszutauschen, Sendungen zu Produzieren, von einander zu Lernen und gemeinsam Spaß zu haben.

Das Programm, in unterschiedlichen Sprachen, sowie das Anmeldeformular findet ihr unter   http://radioca.mp/ 

Unterstützt die Netzwerke von Refugee-Sendungen im Freien Radio!

Seit 2014 sorgen Sendungen von geflüchteten Menschen in diversen Städten für dringend notwendige Informationszugänge für Geflüchtete auf Deutsch, Arabisch, Farsi/Dari, Englisch, Französisch und weitere Sprachen. Sie ermöglichen auch deutschen Hörer_innen vielfältige Einblicke in Erfahrungen, Nöte, Träume und politische Kämpfe von Geflüchteten in Deutschland und weltweit.

Auf dem jährlich stattfindendenRadiocamp der Freien Radios können sich die neuen Radiomachendengegenseitig stärken und ermutigen, Wissen und Erfahrungen zu teilenund Synergien nutzen.

Da sich die meisten Geflüchteten noch im Asylverfahren befinden und nicht über die finanziellen Mittel für die Teilnahme am Radiocamp verfügen, brauchen wir eure Unterstützung!

Solidarität mit dem Café Trauma!

Über 20 Jahre gemeinsame Geschichte und enge Kooperation verbinden Radio Unerhört Marburg mit dem Café Trauma. Eine Geschichte, aus der viele soziale und kulturelle Projekte in Marburg entstanden sind. Eine traurige Entwicklung, heute darüber berichten zu müssen, dass die Existenz des Café Trauma in Gefahr ist.

Der selbstverwaltete Kulturraum Café Trauma ist nicht der einzige Kulturträger Marburgs, der durch die geplanten Kürzungen der freiwilligen sozialen Leistungen der Stadt Marburg um 6%-12% gefährdet wird. Auch wir von Radio Unerhört Marburg e.V. und sämtliche sozialen und kulturellen Einrichtungen sind davon betroffen und müssen sich fragen:

Wie wird es bei uns weiter gehen?


Was wäre Marburg ohne das Café Trauma?

Bedeutend uninteressanter und langweiliger!

Nicht nur für uns von Radio Unerhört, sondern für viele Menschen, auch außerhalb Marburgs, ist das Trauma eine feste Größe für Konzerte, Lesungen, Partys, Vorträge, Filmfeste, Kinoabende und andere Veranstaltungen. Neben dem bunten kulturellen Angebot, das ein ehrenamtlich engagiertes Team organisiert, ist das Café Trauma auch ein unersetzlicher Raum für externe Veranstaltungsgruppen – es gibt keinen anderen Ort in Marburg, der diese Größe hat und unkommerziell nutzbar ist.

Wo sonst in Marburg sollte diese Vielfalt ermöglicht werden?

Zu einer lebendigen städtischen Kultur gehören kulturelle Alternativen, die sich gegenseitig inspirieren: der Verlust des Café Trauma wäre auch ein konkreter Verlust von einem Stück freiem Radio in Marburg. Deshalb:

Das Cafe Trauma soll leben und braucht dazu städtische Unterstützung!

Music Was Our First Love am Samstag den 4. März 18:00 Uhr


Musikalische Dialoge – Mieseste Anmache oder das große Baggern

in Rock, Pop, Jazz und Blues

Der Zeitgeist schwelgt heutzutage in Kommunikation als dem vermeintlichen Lebenselexier der modernen Gesellschaft.
Myriaden von Emails huschen durch virtuelle Netze und hinterlassen bei den Empfängern unübersehbare und meist ungelesene Textmüllhalden. Bei den Machern füllen sich dafür die Kassen, wie Dagobert Ducks legendärer Geldspeicher.
Bei der heutigen Jugend – dem Sinnbild der lichten Zukunft – sind Mutationen zu einer ausschließlich überdimensionierten Daumenmotorik diagnostiziert worden, und so wird es bald niemanden mehr wundern, wenn ihr am Ohr die Handys festwachsen, über welche man sich nach wie vor nichts wirklich Weltbewegendes zu sagen hat, mit dem Unterschied, dass für dieses belanglose Geschwätz teuer bezahlt werden muss und bei nicht wenigen schon einen erklecklichen Schuldenberg kumuliert hat.
Das ist nur gerecht!
Bei uns gibt es stattdessen ein kommunikatives Vergnügen der preiswerten Art: Musiker sprechen über ihre Instrumente miteinander!

Manche plappern ihren Vorspieler nur wie Papageien nach, andere führen mit Kontrabass und Klarinette einen durchaus ernsthaften Disput. Gurrend wie Turteltauben erörtert ein Pärchen, ob ihre Liebe auch noch am nächsten Tag Bestand hat, und schließlich deckt die Redaktion noch den beispiellosen Skandal auf, mit welch raffinierten Argumenten sich Männer vor der Hausarbeit drücken.
Diese äußerst spannenden musikalischen Kommunikationsstrukturen werden nicht an der durchkomponierten Klassik, sondern an zeitgenössischer improvisierter Musik veranschaulicht. Auf welche kreativen Mittel – auch ohne Handy und Email – da zurückgegriffen wird, lässt sich frei mit dem alten Sprichwort belegen: „Wie man in die ‚Band’ hineinruft, schallt es heraus …oder auch nicht !“
 

Apropos Kommunikation! Natürlich können die Zuhörer auch während der Sendung mit den Moderatoren reden. Also, lasst den Daumen zucken und wählt die 06421 / 961991 des Studios bei RUM, wenn es wieder heißt MUSIC WAS OUR FIRST LOVE, aber trennt das Handy vom Ohr, sonst habt Ihr nichts von der Musik, sondern nur das Besetzt -Zeichen.

Bildquelle: https://www.facebook.com/387741883981/photos/a.403108758981.199385.387741883981/10151128772053982/?type=1&theater