Radio Unerhört Marburg
Freies, nicht-kommerzielles Radio in Marburg
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Radio Unerhört Marburg kann auf folgenden Frequenzen empfangen werden:
  • Marburg: Antenne, 90,1 MHz
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Außerdem gibt es, teilweise, die Beiträge von RUM auch als Podcast:

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pathway Allgemeine Infos Freie Radios? Kenn ich nich... Samstag, 04. Februar 2012
Freie Radios? Kenn ich nich... PDF  | Drucken |
ein kurzer historisch-aktueller Abriss

 

In vielen Städten der BRD taten sich seit den späten 70er Jahren Menschen zusammen um Radio zu machen. Diese Freien Radios sendeten illegal, meist nur für wenige Minuten. Selten überdauerten diese Radioinitiativen einen Zeitraum von mehr als ein paar Monaten.

Als Ende der 80er Jahre Radio Dreyeckland in Freiburg und Radio Z in Nürnberg als erste Freie Radios den legalen Sendebetrieb aufnehmen konnten, wurden neue Perspektiven sichtbar. Seither hat sich die Freie Radiolandschaft in der BRD stürmisch entwickelt. Von den 32 Mitgliedsinitiativen des BFR (Bundesverband Freier Radios) sind 28 in der einen oder anderen Form im Äther aktiv. Damit können ca. 10 Millionen Menschen täglich freies Radioprogramm über UKW empfangen.

Die lizenzierten Sendemodelle unterscheiden sich freilich – je nach Bundesland – recht stark.
Die Bandbreite reicht von der eigenen 24-Stunden-Frequenz (wie bei RUM) über sogenanntes Frequenzsplitting, bei dem Freie Radios über tägliche Sendezeiten von 4-16 Stunden verfügen sowie eingeschränkte Mini-Sendefenster bei anderen Stationen (z.B. senden Freie Radiogruppen regelmäßig in Offenen Kanälen oder im Bürgerfunk in NRW) bis zu einer Reihe Freier Radioinitiativen ohne reguläre Radiopraxis. Allerdings suchen letztere nach Möglichkeiten zum Senden. Dabei ist das traditionelle Piratenradio immer noch gelegentlich anzutreffen (zumal das Verfolgungsrisiko nicht mehr so hoch zu sein scheint wie früher). Nicht zuletzt spielt auch die Übertragung von Sendungen im Internet eine wachsende, wenn auch völlig unbefriedigende Rolle.

Freie Radios sind Sammelbecken vieler unterschiedlicher Radiointeressierter, oft vertritt nur ein Teil der Aktiven offensiv die linksalternativen politisch-kulturellen Ansprüche. Durch starke Präsenz und hohes Engagement können diese Aktiven aber oft die Außenwirkung und die Entwicklungsrichtung des Radios entscheidend mitbestimmen. Dennoch ist ein Trend zur Entpolitisierung innerhalb der freien Radios (und auch bei RUM) feststellbar.

Eine medienpolitische Bewegung zugunsten partizipativer Modelle im Hörfunkbereich ist derzeit nicht zu erkennen. Für neu hinzukommende Radiogruppen ist es kaum noch möglich, eine Lizenz als NKL (Nichtkommerzieller Lokalfunk) zu bekommen. Offene Kanäle wurden z.T. sogar wieder abgeschafft, in Niedersachsen wurden inzwischen die OKs und NKLs zum sogenannten ‘Bürgerrundfunk’ zusammengelegt.

Die im Rundfunkstaatsvertrag vorgesehene Gebührenfinanzierung von NKL wird je nach Bundesland unterschiedlich, z.T. gar nicht umgesetzt. Nur wenige Länder gewährleisten eine ausreichende Sockelfinanzierung aus Gebührenmitteln. Die meisten Freien Radios sind deshalb zur Deckung ihrer Betriebskosten auf Durchführung von Projekten angewiesen. Unabdingbar für den Sendebetrieb Freier Radios ist in jedem Fall ein hoher Anteil an Eigenmitteln durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.

Für die Freien Radios in Hessen ist 2006 ein richtungweisendes Jahr. Zum 31.12. enden die Lizenzen in Eschwege, Kassel, Marburg, Frankfurt, Rüsselsheim und Darmstadt. OB sie danach verlängert werden, ist zwar nicht ganz sicher, aber doch recht wahrscheinlich. WIE eine Lizenzverlängerung aussieht, ist hingegen völlig offen. Zum einen ist die zeitliche Befristung der Lizenz unklar, zum anderen ist eine Verknappung der finanziellen Zuschüsse nicht ausgeschlossen. Zu befürchten ist z.B. eine Zweckbindung von Fördermitteln an besondere Aufgaben. In dieser Hinsicht wird gerne mit dem Schlagwort ‘Medienkompetenz’ hantiert. Nun ist zwar die komplette Alltagsarbeit Freier Radios eigentlich nichts anderes als Medienkompetenzförderung (Wo, wenn nicht hier erlernen Laien, eigenverantwortlich und bewusst mit einem elektronischen Medium umzugehen?), aber das ist bei medienpolitisch Verantwortlichen in der Regel nicht damit gemeint.

Ein solches Szenario würde heißen, dass wir mit unseren bestehenden Kapazitäten zusätzliche Aufgaben erfüllen müssten. Welche Folgen das für andere Arbeitsbereiche bei RUM hätte, liegt auf der Hand. Wir werden deshalb unser möglichstes tun, um auch 2007 unter den gleichen, möglichst sogar besseren Voraussetzungen zu senden. Um dieses Ziel zu erreichen brauchen wir auch EURE Unterstützung.

(st)

 
 
 
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