Radio Unerhört Marburg
Freies, nicht-kommerzielles Radio in Marburg
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Radio Unerhört Marburg kann auf folgenden Frequenzen empfangen werden:
  • Marburg: Antenne, 90,1 MHz
  • Marburg: Kabel, 100,15 MHz
  • Live-Stream

Außerdem gibt es, teilweise, die Beiträge von RUM auch als Podcast:

2012-02-programmflyer
 
 
pathway Allgemeine Infos FREIES RADIO - wie war das nochmal? Donnerstag, 09. Februar 2012
FREIES RADIO - wie war das nochmal? PDF  | Drucken |
Wie ihr wisst, ist RUM eines von über 20 Freien Radios in Deutschland. Aber um was geht es den Freien Radios? Welchen Anspruch haben sie und wie sind sie organisiert? Hier wieder mal eine kleine Zusammenfasssung.


Definition

Zunächst einmal sind Freie Radios unabhängige, selbstorganisierte Medien. Sie sind offen und für jede/n besteht die Möglichkeit nach einer kurzen Einführung das Radio selbst aktiv in der Redaktion oder Organisation mitzugestalten.

Freie Radios setzen sich mit gesellschaftlichen Prozessen und bestehenden Strukturen kritisch auseinander und greifen Themen auf, die üblicherweise vielleicht gar nicht zur Sprache gebracht würden. Das kann sich auf die Musik beziehen, oft betrifft es aber politische und kulturelle Themen, die sonst nur für spezielle Gruppen relevant sind – hier werden sie für alle zugänglich und bieten die Möglichkeit der Kritik.
Freie Radios lehnen die Finanzierung durch Werbung ab, denn Werbung bedeutet auch immer ein Stück Abhängigkeit. Die Freien Radios sind in Hessen als NKL-  nicht-kommerzieller Lokalfunk, definiert und finanzieren sich u.a. durch GEZ-Gebühren aber auch durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Allerdings ist die Durchführung der im Rundfunkstaatsvertrag festgelegten Finanzierung von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. So kann es doch vorkommen, dass Freie Radios Werbung im Programm zumindest anbieten müssen, Grund dafür sind Gesetzesvorschriften der Länder.

Sendungen

Die Themen der Sendungen richten sich oft an Personen oder Gruppen, die in den konventionellen Medien nicht oder nur unzureichend zu Wort kommen. Muttersprachliche Sendungen, Frauen/Lesben- und Schwulensendungen, Südamerikanische Nachrichtensendungen oder Sendungen für Sehbehinderte bei RUM sind nur einige Beispiele dafür.

So findet man im Radio Menschen mit verschiedenstem sozialen und kulturellen Hintergrund, die redaktionell und meist ehrenamtlich zusammenarbeiten und hinter der Idee des Freien Radios stehen. Dass Respekt und Offenheit bei dieser Arbeit dazugehören ist selbstverständlich, anders wäre ein Projekt dieser Art kaum möglich und wäre nur wieder für einzelne Menschen und Gruppen da.

Freie Radios wollen Gegenöffentlichkeit schaffen, das heißt eine Alternative zu bestehenden Medienstrukturen bereitstellen und Informationen, die in den Massenmedien bewusst oder unbewusst verschwiegen werden, publik machen und diskutieren.

BFR

Organisiert ist RUM im Bundesverband Freier Radios (BFR): „Der BFR vertritt die Interessen seiner Mitglieder nach außen. Er organisiert die gemeinsame Weiterentwicklung (medien-)politischer Zielsetzungen Freier Radios sowie von Programminhalten und Sendeformen. Er fördert den Informationsaustausch unter den Mitgliedsinitiativen sowie mit anderen Medienprojekten.“.Workshop beim Bodenseecamp 2006
Der BFR stellt im Internet auch eine Web-seite zum freien Programmaustausch unter den Radios zur Verfügung. Dabei können alle Radios Wortbeiträge hochladen, aber im Gegenzug auch für die eigenen Sendungen Beiträge, die zum Thema passen, herunterladen. Es findet also auch hier eine Vernetzung der Freien Radios statt.

Der BFR organisiert außerdem regelmäßig Kongresse, wo sich alle Interessierten der Freien Radios treffen und austauschen können. Hier werden die Unterschiede in der Festlegung der Schwerpunkte der Freien Radios sichtbar: die Bandbreite reicht von sehr politischen Radios bis hin zu Radios, die sich eher als reines Medienkompetenzzentrum verstehen, das heißt, wo die Hauptaufgabe in der Ausbildung von Laien mit dem Medium Radio liegt.

Im Zuge der Novellierung des Hessischen Privatrundfunk Gesetzes (siehe auch Oktober Heft) sollen Fördermittel verstärkt für diesen Teil der Arbeit im Radio ausgegeben werden. Weil das zu einer nachteiligen Entwicklung der redaktionellen Arbeit führen wird, dafür bliebe nämlich immer weniger Zeit und Geld, wehren sich viele Freie Radios dagegen.

Auch wir bei RUM hoffen, dass es nicht zu dieser Änderung kommen wird, setzen auf Eure Unterstüzung in dieser Sache und schauen gespannt ins neue Jahr.

Interessante Seiten zum Thema:
Die Seiten des BFR: www.freie-radios.de
BFR-Programaustausch: www.freie-radios.net
Wikipedia: de.wikipedia.org/wiki/Freies_Radio


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