...ein kleiner subjektiver Rückblick
Das Jahr 2006 geht zu Ende. Für RUM war es das zehnte Jahr seit dem Sendestart - und ein ziemlich turbulentes.
Am Anfang des Jahres gingen wir davon aus, bald eine Lizenzverlängerung (z.B. um fünf Jahre) in den Händen zu halten. Und vielleicht sogar eine kleine Erhöhung unserer finanziellen Förderung - schließlich sind unsere Kosten ja auch ständig gestiegen. Stattdessen ist die Zukunft von RUM unsicherer denn je. Mit Spannung verfolgen wir, ob sich die angedrohte finanzielle Beschränkung infolge einer derzeit laufenden Gesetzesänderung vielleicht doch noch abwenden lässt.
Dieses Gesetzgebungsverfahren hat uns im letzten Drittel des Jahres schwer beschäftigt. Lobbyarbeit bei der Landespolitik und öffentliche Aktionen (z.B. der ‘Sondersendetag ’ am 19.10.) rückten ins Zentrum unserer Tätigkeit. Die letzten Wochen haben aber auch gezeigt, welchen Rückhalt RUM in der Marburger Bevölkerung genießt: Wir konnten in kurzer Zeit über 1.100 Unterstützungsunterschriften sammeln, viele Organisationen und Personen des öffentlichen Lebens drückten uns ihre Solidarität aus.
Diese Unterstützung ist ein Zeichen dafür, dass entgegen häufig zu hörender individueller Einschätzungen RUM eben doch eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben in Marburg spielt.
Diese Relevanz drückt sich in unserer Diskussionsreihe zur Kommunalwahl (gemeinsam mit dem G-Werk) ebenso aus wie in vielen begleitenden Sendungen zu den Studierendenprotesten. Mindestens genauso wichtig wie solche Sonderaktionen sind natürlich die regelmäßigen Sendungen von und für MigrantInnen, Jugendliche, Kulturinteressierte, PolitaktivistInnen und MusikliebhaberInnen.
Besonders erfreulich, dass es (nach 10 Jahren!) endlich eine Redaktion gibt, die sich ausgiebig den vielfältigen Aspekten des universitären Lebens widmet. Und dass die (lokale) Literaturszene ein eigenes Forum bei RUM gefunden hat, ist eine absolute Bereicherung. Neuigkeiten gab es auch bei der Verbreitung des Programms.
Nach der bedauerlichen Einstellung des ‘Kulturbebens’ waren wir genötigt, eine eigene Programmzeitschrift zu entwickeln - und haben bis heute immerhin zehn Ausgaben erfolgreich fertiggestellt. Außerdem hat sich die Internetpräsenz deutlich verbessert - nicht zuletzt durch die (lange geplante) Installierung eines Livestreams, mit dem RUM nun weltweit gehört werden kann.
Und noch eine Erfolgsmeldung darf in diesem kleinen Rückblick nicht fehlen: Neuneinhalb Jahre nach dem Sendestart verfügt RUM endlich über zwei funktionsfähige Sendestudios.
Eigentlich wollten wir unser frisch renoviertes Studio A ja schon im Frühjahr wieder einweihen, aber ein fieser Einbruch sorgte für massiven Geräteschwund und für zeitweilig andere Arbeitsprioritäten. Die ebenso überraschende wie erfreuliche Aufklärung des Einbruchs offenbarte erstaunliches Ungeschick auf der Täterseite, brachte uns aber jedenfalls einen Großteil der Gerätschaften zurück.
Natürlich kann kein Rückblick ohne Verbesserungswünsche auskommen. Da wäre unser Sommerfest zu erwähnen, das in einem konkurrenzlos schönen Sommer einen der wenigen verregneten Abende erwischte und mit bescheidener Gästezahl stattfand.
Und etwas Anlass zur Sorge bietet die Entwicklung unserer Mitgliederzahl. Nach langer Konstanz bei fast 400 ist sie in den letzten anderthalb Jahren auf rund 350 zurückgegangen. Eine Umkehr dieses Trends ist dringend geboten. Allein eine hohe Mitgliederzahl gewährleistet eine große finanzielle Unabhängigkeit. Also unterstützt Radio Unerhört! Werdet Mitglied! Ihr könnt natürlich auch gerne eine Mitgliedschaft zu Weihnachten an einen eurer Lieben verschenken. Uns würdet Ihr jedenfalls eine Freude damit machen.
st.
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