|
Die Anschläge auf die USA Wenige Tage nach Abschluss der Anti-Rassismus-Konferenz in Durban wurden die Machtzentren der USA und Symbole westlicher Weltwirtschaft angegriffen und teilweise zerstört. Dabei starben wahrscheinlich Tausende von Menschen. Dass die Anschläge Angriffe auf die Freiheit gewesen sind, ist die einhellige Meinung. Und in der Tat, diese Anschläge liefern der immer wieder verfolgten Law-and-Order-Politik eines absoluten Sicherheits- und Überwachungsstaates die letzten, grausamen Argumente. Stimmen, die gegen diese Politik sprechen, werden immer mehr verstummen oder überhört werden.
Zum Zeitpunkt, als dieser Artikel geschrieben wird, ist noch nicht sicher, wer die Attentäter waren, doch von Anfang an standen fundamental-islamische Gruppen um Osama bin Laden unter Verdacht. Aus diesem Grunde begannen Diskussionen darum, wie Terrorismus aus dieser Richtung zukünftig verhindert werden könnte. Eine Politik der militärischen Stärke wurde propagiert. Nicht ein Gedanke wurde jedoch an die Ursachen des Hasses auf die westlichen Industrienationen verschwendet. Und schon auf der UN-Konferenz gegen Rassismus zeigte sich, wie wenig der Westen bereit ist, seine Verantwortung für Armut, Ungleichheit und Ausbeutung auf dieser Welt einzugestehen. Die Konferenz war ein Desaster. Aus Angst vor möglichen Reparationsforderungen weigerten sich die USA und die EU, sich für Kolonialismus und Sklavenhandel zu entschuldigen. Und es zeigt sich wieder einmal, dass die westlichen Länder nicht gewillt sind, ihre politische Richtung zu ändern. Statt ihre internationalen Beziehungen zu überdenken und die WeltOrdnung zu verändern, werden nach außen militärische Drohungen ausgesprochen und nach innen Überwachungsmaßnahmen verstärkt. Die Grenzen werden enger und höher werden und erneut trifft es die Menschen aus den ärmeren Ländern, die nicht nur ausgeschlossen, sondern pauschal unter Verdacht gestellt werden. An dieser Stelle war ein Artikel geplant, der sich mit dem Antisemitismus auf der Anti-Rassismus-Konferenz in Durban beschäftigte. Dieser Artikel entfällt, auch wenn sich an der Brisanz des Antisemitismus seitens islamischer Länder wie auch nicht-islamischer Länder nichts geändert hat. Doch im Zuge der explodierenden Islamfeindlichkeit als Folge der Anschläge in den USA soll nicht Salz in eine Wunde gestreut werden, die derzeit empfindlicher denn je ist. |