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Die Tacheles-Wochen Am 9. März wird sich Radio Unerhört Marburg einem Systemcheck unterziehen. Dies ist nun nicht unbedingt eine absolute Neuigkeit, ganz im Gegenteil hoffen wir darauf, daß sich diese Information mittlerweile schon auf breiter Basis herumgesprochen hat. Aber natürlich steht die nicht ganz unspannende Frage im Raum, was denn dann statt des normalen Programmablaufs passieren wird.
Die Systemcheck-AG hat sich dazu mittlerweile viele Gedanken gemacht, einige Ideen entwickelt, andere wiederum weggeschmissen. Auf diese zwar ab und zu anstrengende, aber auch auf jeden Fall lustige Art und Weise zeichnen sich erste strukturelle Konturen ab. Zunächst verfolgen und entwickeln wir die Idee eines \"4-Phasensystems\". Dabei sind sowohl Formen der klassischen Diskussionsrunde mit pünktlichem (!) Beginn, vorhandener (!!) Redeleitung und definiertem (!!!) Ende vorgesehen, als auch informelle Treff- und Gesprächsmöglichkeiten in zufälliger, lockerer und trotzdem ernsthafter Runde. Das ganze wird ergänzt werden durch Aktionen, die einfach nur Spaß machen sollen wie z.B. eine Eröffnungsparty, dem gemeinsamen Renovieren des Plenarsaals usw. usf. So wird es zunächst in Phase 1 (Kritik), die ca. 8-10 Tage dauern wird, viel Raum geben für eine kritische Bestandsaufnahme sowohl dessen, was wir senden als auch dessen, was wir sind bzw. sein wollen. Ausdrücklich wird es möglich sein, Dampf abzulassen und auch einmal die sonst angebrachte Zurückhaltung fallen zu lassen. Hier darf und soll alles gesagt werden, was einen so richtig anstinkt. In einer Phase 2 (Utopie) möchten wir dann versuchen, gemeinsam aus dieser Kritik zu lernen und einfach herumspinnen, wie unser Radio aussehen könnte. Wünsche, Hoffnungen, Befürchtungen etc. können dann hier ausgetauscht werden. Damit sind auch hier sowohl das Radio als Organisationsstruktur gemeint als auch das Produkt \"Sendung\", welche aus dem Äther kommt. Hier möchten wir aber nicht nur im eigenen Saft schmoren, sondern uns auch Hilfe und Anregungen von außen holen. Entsprechende ReferentInnen sind / werden angefragt. Eine Woche Zeit sollten wir uns dafür sicherlich nehmen. Im dritten Abschnitt, also in Phase 3 (Realisation) soll lösungsorientiert diskutiert werden. Es könnte zu einer umfassenden Neupositionierung von RUM sowohl als Sender als auch als politisches Subjekt führen. Das würde eventuell konkret bedeuten, daß wir uns vielleicht vom Sendeschema in der Form, in der wir es gewöhnt sind, verabschieden (müssen). Eine andere mögliche Auswirkung könnte sich auf unser Selbstverständnis beziehen. Es mag ja sein, daß es sich als notwendig erweist, selbiges neu zu formulieren, zu konkretisieren oder zu erweitern. In der letzten Woche, Phase 4, soll dann Die Harmonie der nun geübten streithähne wieder hergestellt wreden, schließlich wollen wollen wir alle versöhnt in die dann hoffentlich neue \"RUM-Ähra\" gehen. Außerdem soll die gesamte Systemcheck-Zeit nochmal reflektiert werden, um gleiche oder ähnliche Einschätzungen und Ansichten hervorzuheben, neue Strukturideen festzuhalten und um Verbesserungen des nächsten Systemchecks - wenn er denn dann noch so heißt - anzumerken. Natürlich kann man von niemanden erwarten, daß er / sie an allen Veranstaltungen, Klönrunden, Parties, Happenings und was es sonst noch geben wird, teilnehmen wird. Von daher überlegen wir uns, zentrale und delikate Themen mehrmals oder auf unterschiedliche Art und Weise zu behandeln, damit sowohl Berufstätige als auch Studierende, Schüchterne und Vorlaute, \"alte Hasen\" und \"junge Hüpfer\" zu ihrem Recht bzw. zu ihrer Artikulationsmöglichkeit kommen. Genauere Ausformungen des Phasenmodells werden von der Systemcheck-AG in der nächsten Zeit eausgearbeitet und konkretisiert bzw. zur Diskussion gestellt werden. Das ausgestrahlte Radioprogramm soll und wird sich in den Wochen des Systemchecks vom üblichen Programm unterscheiden. Das beschlossene Sendeschema für das 1. Quartal 2002 wird ab dem 9.3.2002 außer Kraft gesetzt. Bis zum Ende des Systemschecks am 5.4. wird eine Mischung aus live mitgeschnittenen Diskussionen, Beiträge anderer Freier Radios sowie speziell gestalteter Endlosbänder zu hören sein. Darüber hinaus gibt die Möglichkeit, pro Redaktion bzw. Sendung einen (!) auf MD vorproduzierten Beitrag bzw. Sendung mit einer maximalen Spielzeit von einer Stunde einzureichen. Diese Beiträge und Sendungen sollten sich optimalerweise mit dem Systemcheck beschäftigen. Eine redaktionelle Kontrolle durch die Systemcheck-AG wird aber nicht erfolgen. Doch Obacht: was erst nach dem 24.2. kommt, wird definitiv nicht mehr berücksichtigt. Ab dem 11. 3. wird dann das Studio nicht mehr frei benutzbar sein. Die Technik-AG wird alle Gerätschaften, die für den reinen Abspielbetrieb der vorproduzierten Beiträge nicht benötigt werden, ebenfalls einem Systemcheck unterziehen. Diese Nichtbenutzbarkeit wird zum 21.3. beendet sein. An diesem Datum ist der Internationale Tag gegen Rassismus. Wie in den Jahren zuvor wird Radio Unerhört Marburg auch dieses Mal sein Programm ganz diesem Thema widmen. Ab Samstag, den 6.4.2002 steht dann das komplette Funkhaus für einen wie dann auch immer aussehenden Sendebetrieb wieder zur Verfügung. Die Systemcheck-AG trifft sich bis einschließlich Mittwoch den 6.3. jeden Mittwoch um 18 Uhr im Radio (s.t. für die Studierenden, pünktlich für alle anderen). Logischerweise ist immer noch jede Menge vorzubereiten und deshalb ist jede und jeder eingeladen und aufgefordert, mitzumachen und den Systemcheck auszuformen. Die Systemcheck-AG |