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Thementag bei RUM Zur Erinnerung - was geschah?: Es gab eine Demonstration von 30.000 Menschen am 21. März 1960 in Sharpeville bei Johannisburg (Südafrika) gegen das Paßgesetz, das so genannte "book of life", das jede/r schwarze "GastarbeiterIn" bei sich führen mußte, wenn er/sie für Weiße bestimmte Gebiete betreten wollte. Wer ohne diesen Paß angetroffen wurde, konnte festgenommen und als Sklave/Sklavin auf Zeit an weiße FarmerInnen verliehen werden. Der friedlichen Demonstration wurde durch die Polizei mit Maschinenpistolen ein jähes Ende bereitet Die Bilanz der weißen Gewaltherrschaft an diesem Tag: 69 Tote, 180 Verletzte.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen erklärte 1966 den 21. März zum "Internationalen Tag zur Überwindung von Rassismus".  "Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals nur als Mittel brauchtest."  Kants kategorischer Imperativ setzt als Folge der Achtung des Menschen vor sich selber, die Achtung des anderen voraus. Er beschreibt eine verinnerlichte, selbsterkannte und an der Menschenwürde orientierte Haltung oder Pflicht, menschlich zu handeln. Rassismus ist mehr als nur Vorurteil, es ist eine Einteilung von Menschen in höher- und minderwertige Gruppen, eine Merkmalsreduzierung auf Hautfarbe, Nationalität, Herkunft, Kultur, Religion. Und Rassismus beginnt nicht bei Neonazis und Rechtsextremisten, sondern in allen gesellschaftlichen Gruppen, in unserer eigenen Alltagswelt, unserer Sprache, unserem Verhalten, unserer Verweigerung von Hilfe, unserer Abgrenzung, aber auch unserer übertriebenen Zuwendung oder Anbiederung. Betroffenheit, Appelle und plakative Entrüstung allein helfen nicht weiter. Es geht nicht um Freundlichkeit in bezug auf MigrantInnen, es geht um Normalität! Mensch soll als Person gesehen und beurteilt werden, nicht als Stereotype. Und dazu zählen auch positive Stereotype (z.B.: Schwarze können schnell laufen u.ä.) Auch die sogenannte "Deutsche Linke", die sich so gerne Toleranz und Antidiskriminierung in ihre Fahnen schreibt, legt zunehmend rassistische Verhaltensweisen an den Tag. Auf der einen Seite das Lager der "Antiimperialisten", das - warm eingehüllt in die hübschen, bequemen "Palitücher"- den ganzen Staat Israel als "imperialistisches Machtgebilde", "zionistischen Apartheidstaat" deklariert, wogegen die Palästinenser als "Volk" - als von der "menschenverachtenden Ideologie" des Zionismus geschundenes Volk fein dastehen. Als würden alle Israelis Sharons Politik befürworten! Dazu konträr stellt sich der Block der "Antideutschen", beseelt vom absoluten Existenzrecht Israels und trunken von fast schon hündisch anmutender bedingungsloser Solidarität. Wer ein Feind Israels ist, muss mit allen Mitteln bekämpft, ausgelöscht werden. Ihr ganzer Hass richtet sich gegen die "deutsche Nation" - ein sicherlich schwieriger Begriff - aber kein Alibibegriff für eine vollständige Zerstörung Deutschlands! Ich will hier nicht Ideologien ab - und verurteilen, ich möchte lediglich auf gefährliche Tendenzen hinweisen! Also: wehret den Anfängen! Obwohl's eigentlich keine Anfänge mehr sind! Von offizieller Seite drückt sich rassistische Diskriminierung, den dumpfen Rassismus des Pöbels kaschierend, in der Einteilung nach volkswirtschaftlicher Notwendigkeit - in solche, die dem Standort nützen und solche, die uns ausnutzen aus. Also eine Transformation des Rassismus, die suggeriert, dass von der alten "Alle Raus!"- Mentalität zugunsten einer absolut rationalen Argumentation Abschied genommen wurde und damit den Rassismus auf die Höhe des neoliberalen Zeitgeistes brachte. Die Verantwortung der Medien hinsichtlich rassistischer Tendenzen Es ist nicht lange her, da war es noch allgemeiner usus innerhalb deutscher Medien von "Flüchtlingen" und/oder "Asylanten" (das -"Innen" war auch nicht gebräuchlich!) zu sprechen, erstere waren die "Guten" - meist aus dem Osten stammenden - armen, bemitleidenswerten Menschen, die - noch besser - oftmals deutschstämmig waren und unserer Solidarität bedurften. Die Wortwahl liess die BürgerInnen aufhorchen - hier konnten sie ihr Mitleid ergießen, ihr HelferInnensyndrom ganz ausleben! Dann gab es da noch die anderen: Asylanten, eine Terminologie, die "NormalbürgerIn" wachrütteln musste: die waren nicht berechtigt! Die wollten nur unser Geld! Worte in den Medien wie "das Boot ist voll", "die Dämme brechen", "unkontrollierter Zustrom", "Asylmissbrauch" taten ihr übriges, rassistische Einstellungen zu verfestigen - und das zeitgleich mit überschwenglichen Empörungen hinsichtlich rechtsextremistischer Überfälle auf Flüchtlinge! Die TäterInnen waren schnell ausgemacht: ostdeutsche Jugendliche, "Sozialschwache", "Otto/Ottilie-NormalverbraucherIn" konnte sich beruhigt im Fernsehsessel zurücklehnen. Was hat sich geändert? Gut - manche Medienberichte sprechen inzwischen von MigrantInnen, aber die Diskriminierungen werden zusehends subtiler, die Polarisierung von "gut" und "böse" nimmt stetig ihren Lauf. Die Vorführungen von Abweichungen aus der Norm (der ja schließlich jeder Mensch gerne zu entrinnen sich vorstellt) werden raffinierter: ein Dustin Hofmann oder Deutschlands "Superstars" sind die "positiven" Abweichungen, die "negativen" sind schnell gefunden: Saddam Hussein, Osama bin Laden, die bösen arabischen TerroristInnen, die unseren Durchschnittsdackel in die Luft jagen wollen! Oder noch viel diffiziler die Polarisation in der Berichterstattung über die sog. "Dritte Welt": einerseits der idyllische Süden, die unberührte Natur mit ihren "edlen Wilden", die NeckermanntouristInnen so freundlich willkommen heissen - auf der anderen Seite die Schlagzeilen über Bürgerkrieg, Katastrophen, Drogenmafia. Mensch sieht sich zunehmends überhäuft mit gefilterten Nachrichten. Doch wir können Verantwortung übernehmen! Es gibt inzwischen viele Institutionen, die mit all ihren Mitteln Rassismus und Diskriminierung - dieser schleichenden Pest - den Kampf angesagt haben: Am 21. März wird es zahlreiche intermediale Aktivitäten geben, Demonstrationen, Debatten, Film-Festivals, spezielle TV-Programme und natürlich Radio-Sendungen, um diese rassistischen Mauern zu durchbrechen! Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr z.B. auf folgenden Web.-Seiten Aktivitäten verfolgen oder - besser noch - aktiv mit gestalten: www.unitedagainstracism.org       www.hrw.org www.icare.to www.mixeurope.dk Radio Unerhört will gemeinsam mit anderen freien Radios an diesem Tag gegen Rassismus und Diskriminierung senden. Programmteile von RVSF (Radio Voix Sans Fronti |