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FSJK
- was ist das?
Seit
2005 wird auch bei Radio Unerhört ein Freiwilliges Soziales Jahr
in der Kultur - kurz FSJK - angeboten. Dieses Jahr nach Studium,
Ausbildung oder einfach nach der Schulzeit soll jungen Menschen
zwischen 16 und 26 die Möglichkeit bieten, sich für ein
Jahr in einer kulturellen Initiative oder für ein Projekt zu
engagieren. Wie der Name schon sagt ist diese Jahr freiwillig,
ehrenamtlich und wird deswegen nur mit einem Taschengeld von 250-300
Euro entlohnt.
Bei
RUM besteht dieses Freiwilligenjahr in der Arbeit in der
Öffentlichkeitsarbeit, der Gestaltung der monatlichen
Publikation, der Mitarbeit in Redaktionen, der Gestaltung von
Sendungen, der Betreuung von Schulklassen, der Mitarbeit bei der
Technik zusätzlich zu dem, was der/m Freiwilligen sonst liegt
und gefällt.
Projekt
im Freiwilligen Sozialen Jahr in der Kultur
In
diesem Freiwilligenjahr soll/darf jede/r Freiwillige/r ein eigenes
Projekt planen, organisieren und ausführen. Das reicht von
Ausstellungen, Aktiontagen für Kinder über Workshopangebote
bis hin zu kleinen Festivals oder der Aufführung von
Theaterstücken.
Dieses
Projekt ist in erster Linie für den/die Freiwillige/n gedacht,
zum Ausprobieren, Experimentieren und zum kreativen Arbeiten an
Projekten, was sonst vielleicht aus organisatorischen Gründen
nicht möglich wäre.
Die
Einsatzstelle unterstützt den/die Freiwillige/n zwar finanziell,
weil es sich aber oft um kleine Kultureinrichtungen handelt ist das
Budget für ein solches Projekt meist relativ gering. Allerdings
kann für ein längerfristig angesetztes Projekt eine
finanzielle Unterstützung von mehreren Hundert Euro bei
Initiativen wie Aktion Mensch o.ä. angefordert werden. Dieses
Geld ist besonders für die Projekte/Arbeit mit sozial
benachteiligten Menschen gedacht.
Aber
auch für die Einsatzstelle kann dieses Projekt nachhaltige
Vorteile haben:
Beziehungen
zu anderen Kultureinrichtungen werden geknüpft, oftmals
berichtet die Presse über das Festival/die Veranstaltung/die
Ausstellung der FSJK-ler und die Öffentlichkeit wird so auf das
Projekt und die Einsatzstelle aufmerksam.
Mein
FSJK Projekt
Für
mein Projekt habe ich im November 2006 bei den Theaterpädagogen
des Hessischen Landestheaters in Marburg (HLTH) angefragt, ob denn
nicht eine Kooperation zwischen Radio und Theater vorstellbar wäre.
Weil ich mich fürs Theater interessiere und mir von Anfang an
auch hätte vorstellen können, mein FSJK in einem Theater zu
absolvieren, dachte ich, dass würde sich anbieten. Noch dazu
wurde schon öfter mal von beiden Seiten aus über ein
gemeinsames Projekt nachgedacht.
Wir
haben überlegt, welche Themen/Stücke/Veranstaltungen sich
für eine Projektarbeit anbieten könnten, der laufende
Betrieb und vorallem der Spielplan des HLTH konnten ja nicht einfach
so geändert werden.
Dann
kam das Gespräch auf die Kinder-und Jugendtheaterwoche, die vom
11.-17. März in Marburg stattfinden sollte. Neben Vostellungen
für Kinder und Jugendliche und Gastspielen von verschiedenen
Theatern aus ganz Deutschland und darüber hinaus, wurde auch
eine Ausstellung im Foyer zu „Furcht und Elend des Dritten Reiches“
geplant.
Jugendliche
der 12. und 13. Klasse der Lahntalschule Biedenkopf sollten dazu im
Rahmen ihres Wahlfaches Dramatisches Gestalten und unter Anleitung
der beiden Theaterpädagogen des HLTH Bühnenmodelle zu
„Furcht und Elend des Dritten Reiches“ bauen.
Dabei
kam uns die Idee, dass ich die verschiedenen Szenen des Stücks
mit einer kleinen Gruppe von Schülern und professioneller
Studiotechnik vertonen könnte.
Diese
kleinen Hörspiele könnte man dann mit in die Ausstellung
als Hörstationen integrieren, das Theaterstück wäre
dann also nicht nur in Form von den Bühnenmodellen visuell
sondern auch auch auditiv erfassbar und würde so einen Einblick
in die Handlung des Stückes geben.
Das
Problem dabei war die Einplanung der Technik bei der Ausstellung
selbst: auf welches Medium nehmen wir die Hörspiele auf, welche
Geräte können wir möglichst platzssparend im Foyer
aufbauen, wie sichern wir die Geräte gegen Diebstahl, wer baut
wann auf und ab ...
Wir
(dieThaterpädagogen und ich) haben uns dann mit den SchülerInnen Mitte Februar in Biedenkopf an zwei Terminen jeweils für einen Vormittag getroffen.
Beim ersten Mal ausschließlich zum Bau der Bühnenmodelle
und zur Vorbesprechung zu den Aufnahmen.
Dabei haben die Schülerinnen
alles selbst gebaut, geklebt oder bemalt, wir waren
zur Hilfestellung da, wenn es Problem mit Material oder Umsetzung gab. Da sie das
Theaterstück zwar im Unterricht gelesen aber noch keine
Aufführung gesehen hatten, hatten sie ihre eigenen Ideen zu
Requisiten, Farbgestaltung und Material des Modells.
Am
zweiten Vormittag wurde dann die mobile Studiotechnik mit dem Ü-Wagen
nach Biedenkopf gefahren, weil die SchülerInnen wegen des
anstehenden Abiturs keine Zeit hatten, zu einem zusätzlichen
Termin zu RUM ins Studio zu kommen.
Die Texte, alle nicht sonderlich lang aber immerhin zu lang für
jeweils eine Hörstation mit ca. 2 min Länge, habe ich
vorher gekürzt und nur das Wesentliche der Szene wurde dann
tatsächlich von drei SchülerInnen und mir vertont.
Aufgenommen haben wir in einem kleinen Elternsprechzimmer der Schule,
so klein, dass möglichst wenig Hall entsteht, aber gerade groß
genug dass die Technik, ein Tisch und fünf Personen samt Stühle
hineinpassten.
Dann
wurde die jeweilige Szene noch einmal kurz besprochen, die Rollen
verteilt und dann aufgesprochen.
Dass nicht alles beim ersten Durchlauf geklappt hat versteht sich von
selbst, aber wir mussten wegen Schulgong und lärmenden Klassen
in den Pausen sowieso mehrere Anläufe starten. Nach ca. drei
Stunden wars dann aber doch geschafft.
Damit
war die Arbeit natürlich noch nicht zu Ende. Die Hörspiele
mussten bei RUM geschnitten, ausgepegelt und nachkorrigiert werden.
Dann habe ich Hintergrundgeräusche wie etwa Telefonklingeln oder Fabriklärm
aufgenommen und in die Tonspuren eingebaut, damit die kurzen Szenen authentischer wirken. Eine zeitraubende Arbeit,
nicht zuletzt auch deswegen, weil das Computerprogramm manchmal einfach nicht
mitspielte.
Letztendlich
hatte ich fünf CDs mit jeweils einer Szene á drei
Minuten.
Im
Foyer des HLTH wurde die Technik aufgebaut, mit Stahlseilen gegen
Diebstahl gesichert, mit Kopfhörern ausgestattet und zusammen
mit den Bühnenmodellen zu Hörstationen für die
Kinder-und Jugendtheaterwoche arrangiert. 
Die Modelle wurden hinter schwarzen Tüchern versteckt und konnten durch ein Loch im Tuch gesehen werden.
Dadurch sollte der Eindruck erweckt werden, dass man als ungewollter Zuschauer auf die Szene und die Personen blickt.
Die Modelle blieben für 8 Tage im Theater und konnten von allen Besuchern der Theaterwoche ausprobiert werden.
Danke an die
Theaterpädagogen Pivi und Mareike und an Benno und Max für
die Hilfe bei der Technik.
Steffi, Freiwillige 2006/2007
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