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pathway Projekte FSJ Kultur Projekt 2006/2007 Samstag, 04. Februar 2012
FSJ Kultur Projekt 2006/2007

FSJK - was ist das?

Seit 2005 wird auch bei Radio Unerhört ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur - kurz FSJK - angeboten. Dieses Jahr nach Studium, Ausbildung oder einfach nach der Schulzeit soll jungen Menschen zwischen 16 und 26 die Möglichkeit bieten, sich für ein Jahr in einer kulturellen Initiative oder für ein Projekt zu engagieren. Wie der Name schon sagt ist diese Jahr freiwillig, ehrenamtlich und wird deswegen nur mit einem Taschengeld von 250-300 Euro entlohnt.

Bei RUM besteht dieses Freiwilligenjahr in der Arbeit in der Öffentlichkeitsarbeit, der Gestaltung der monatlichen Publikation, der Mitarbeit in Redaktionen, der Gestaltung von Sendungen, der Betreuung von Schulklassen, der Mitarbeit bei der Technik zusätzlich zu dem, was der/m Freiwilligen sonst liegt und gefällt.


Projekt im Freiwilligen Sozialen Jahr in der Kultur

In diesem Freiwilligenjahr soll/darf jede/r Freiwillige/r ein eigenes Projekt planen, organisieren und ausführen. Das reicht von Ausstellungen, Aktiontagen für Kinder über Workshopangebote bis hin zu kleinen Festivals oder der Aufführung von Theaterstücken.

Dieses Projekt ist in erster Linie für den/die Freiwillige/n gedacht, zum Ausprobieren, Experimentieren und zum kreativen Arbeiten an Projekten, was sonst vielleicht aus organisatorischen Gründen nicht möglich wäre.

Die Einsatzstelle unterstützt den/die Freiwillige/n zwar finanziell, weil es sich aber oft um kleine Kultureinrichtungen handelt ist das Budget für ein solches Projekt meist relativ gering. Allerdings kann für ein längerfristig angesetztes Projekt eine finanzielle Unterstützung von mehreren Hundert Euro bei Initiativen wie Aktion Mensch o.ä. angefordert werden. Dieses Geld ist besonders für die Projekte/Arbeit mit sozial benachteiligten Menschen gedacht.

Aber auch für die Einsatzstelle kann dieses Projekt nachhaltige Vorteile haben:

Beziehungen zu anderen Kultureinrichtungen werden geknüpft, oftmals berichtet die Presse über das Festival/die Veranstaltung/die Ausstellung der FSJK-ler und die Öffentlichkeit wird so auf das Projekt und die Einsatzstelle aufmerksam.


Mein FSJK Projekt

Für mein Projekt habe ich im November 2006 bei den Theaterpädagogen des Hessischen Landestheaters in Marburg (HLTH) angefragt, ob denn nicht eine Kooperation zwischen Radio und Theater vorstellbar wäre. Weil ich mich fürs Theater interessiere und mir von Anfang an auch hätte vorstellen können, mein FSJK in einem Theater zu absolvieren, dachte ich, dass würde sich anbieten. Noch dazu wurde schon öfter mal von beiden Seiten aus über ein gemeinsames Projekt nachgedacht.

Wir haben überlegt, welche Themen/Stücke/Veranstaltungen sich für eine Projektarbeit anbieten könnten, der laufende Betrieb und vorallem der Spielplan des HLTH konnten ja nicht einfach so geändert werden.

Dann kam das Gespräch auf die Kinder-und Jugendtheaterwoche, die vom 11.-17. März in Marburg stattfinden sollte. Neben Vostellungen für Kinder und Jugendliche und Gastspielen von verschiedenen Theatern aus ganz Deutschland und darüber hinaus, wurde auch eine Ausstellung im Foyer zu „Furcht und Elend des Dritten Reiches“ geplant.

Jugendliche der 12. und 13. Klasse der Lahntalschule Biedenkopf sollten dazu im Rahmen ihres Wahlfaches Dramatisches Gestalten und unter Anleitung der beiden Theaterpädagogen des HLTH Bühnenmodelle zu „Furcht und Elend des Dritten Reiches“ bauen.

Dabei kam uns die Idee, dass ich die verschiedenen Szenen des Stücks mit einer kleinen Gruppe von Schülern und professioneller Studiotechnik vertonen könnte.

Diese kleinen Hörspiele könnte man dann mit in die Ausstellung als Hörstationen integrieren, das Theaterstück wäre dann also nicht nur in Form von den Bühnenmodellen visuell sondern auch auch auditiv erfassbar und würde so einen Einblick in die Handlung des Stückes geben.

Für größere Darstellung bitte hier klicken Das Problem dabei war die Einplanung der Technik bei der Ausstellung selbst: auf welches Medium nehmen wir die Hörspiele auf, welche Geräte können wir möglichst platzssparend im Foyer aufbauen, wie sichern wir die Geräte gegen Diebstahl, wer baut wann auf und ab ...

Wir (dieThaterpädagogen und ich) haben uns dann mit den SchülerInnen Mitte Februar in Biedenkopf an zwei Terminen jeweils für einen Vormittag getroffen. Beim ersten Mal ausschließlich zum Bau der Bühnenmodelle und zur Vorbesprechung zu den Aufnahmen.

Dabei haben die Schülerinnen alles selbst gebaut, geklebt oder bemalt, wir waren zur Hilfestellung da, wenn es Problem mit Material oder Umsetzung gab. Da sie das Theaterstück zwar im Unterricht gelesen aber noch keine Aufführung gesehen hatten, hatten sie ihre eigenen Ideen zu Requisiten, Farbgestaltung und Material des Modells.

Am zweiten Vormittag wurde dann die mobile Studiotechnik mit dem Ü-Wagen nach Biedenkopf gefahren, weil die SchülerInnen wegen des anstehenden Abiturs keine Zeit hatten, zu einem zusätzlichen Termin zu RUM ins Studio zu kommen.

Die Texte, alle nicht sonderlich lang aber immerhin zu lang für jeweils eine Hörstation mit ca. 2 min Länge, habe ich vorher gekürzt und nur das Wesentliche der Szene wurde dann tatsächlich von drei SchülerInnen und mir vertont. Aufgenommen haben wir in einem kleinen Elternsprechzimmer der Schule, so klein, dass möglichst wenig Hall entsteht, aber gerade groß genug dass die Technik, ein Tisch und fünf Personen samt Stühle hineinpassten.

 Dann wurde die jeweilige Szene noch einmal kurz besprochen, die Rollen verteilt und dann aufgesprochen.

Dass nicht alles beim ersten Durchlauf geklappt hat versteht sich von selbst, aber wir mussten wegen Schulgong und lärmenden Klassen in den Pausen sowieso mehrere Anläufe starten. Nach ca. drei Stunden wars dann aber doch geschafft.

Damit war die Arbeit natürlich noch nicht zu Ende. Die Hörspiele mussten bei RUM geschnitten, ausgepegelt und nachkorrigiert werden. Dann habe ich Hintergrundgeräusche wie etwa Telefonklingeln oder Fabriklärm aufgenommen und in die Tonspuren eingebaut, damit die kurzen Szenen authentischer wirken. Eine zeitraubende Arbeit, nicht zuletzt auch deswegen, weil das Computerprogramm manchmal einfach nicht mitspielte.

Letztendlich hatte ich fünf CDs mit jeweils einer Szene á drei Minuten.


Im Foyer des HLTH wurde die Technik aufgebaut, mit Stahlseilen gegen Diebstahl gesichert, mit Kopfhörern ausgestattet und zusammen mit den Bühnenmodellen zu Hörstationen für die Kinder-und Jugendtheaterwoche arrangiert.7.jpg12.jpg

Die Modelle wurden hinter schwarzen Tüchern versteckt und konnten durch ein Loch im Tuch gesehen werden.

Dadurch sollte der Eindruck erweckt werden, dass man als ungewollter Zuschauer auf die Szene und die Personen blickt.



Die Modelle blieben für 8 Tage im Theater und konnten von allen Besuchern der Theaterwoche ausprobiert werden.




Danke an die Theaterpädagogen Pivi und Mareike und an Benno und Max für die Hilfe bei der Technik.



Steffi, Freiwillige 2006/2007

 


 
 
 
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