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RUM: Wie bist du zum Radio gekommen?
Es hat mich einer, der schon von Anfang des Radios an dabei war, am Fachbereich Psychologie angesprochen. Das war kurz nachdem RUM angefangen hat zu senden. Scheinbar war es schon bekannt, dass ich viel mit Musik mache, und er fragte mich, ob ich nicht bei einem Radio, das gerade entstehen würde, mitmachen wollte. Das war so ungefähr 1995.
RUM: Und warum hast du dich für das Format einer Jazz-Sendung entschieden?
Wärend andere ihre Jugend mit anderen Musikstilen durchlebt haben, habe ich meine Jugend mit eben dieser Musik verbracht. Ich beschäftige mich damit schon seit 25 Jahren, deswegen lag es einfach nahe, eine Jazz-Sendung zu machen.
RUM: Welche Jazz-Richtungen spielst du?
So ziemlich alles was es gibt. Es gibt selbst in alten Swing-Klamotten, die in den dreißiger und vierziger Jahren aktuell waren, noch interessante Sachen und Leute, die es heute interessant weiterführen. Ansonsten gibt es bei mir auch viel Jazz, bei dem ich aus Spaß sage: Wer das jetzt nicht abkann, sollte mal für 20 Minuten aufs Klo gehen.
RUM: Gibt es denn auch Jazz-Arten, die du prinzipiell nicht spielst?
Ja, es gibt im Jazzbereich so super traditionelle Sachen von vor 100 Jahren. Die spiele ich eigentlich nicht, weil da einfach wenig musikalisch Neues, Interessantes
passiert. Ich spiele halt nichts, was in sich musikalisch tot ist, wo sich von der
Kreativität her nix mehr bewegt. Und was ich prinzipiell nicht leiden kann, ist
Sprechgesang. Es gibt ja jetzt auch sehr starke Verbindungen mit HipHop oder
Rap. Solchen Kompositionen kann ich nicht viel abgewinnen.
RUM: Was verbindest du persönlich mit dieser Musikart?
(kurzes Schweigen) Sie gefällt mir erstmal sehr gut. Viele Leute sagen, es ist ein Lebensgefühl, da kann man sich aber auch kritisch drüber äußern. Es gibt ja bestimmte Klischees über Besucher von Jazz-Konzerten, dass sie immer ernste Wichtiguter sind, die mit Fachwissen protzen und es nicht abkönnen, das auch Jazz im Prinzip primär der Unterhaltung dient. Aber ich mag die Musik einfach sehr gerne, sie gefällt mir sehr gut.
RUM: Und für wen ist deine Sendung gedacht?
Im Prinzip für Leute, die sich dafür interessieren oder interessieren wollen. Was ich im Laufe der Jahre als Rückmeldung bekommen habe ist, dass ich nicht endlos lange Vorträge halte, also nicht in Fachsprache ausarte. Deswegen ist die Sendung auch für Leute hörbar, die sich nicht so sehr damit beschäftigen und womöglich viele Details völlig uninteressant finden, weil sie da sowieso nicht mitreden können. Also im Prinzip für Leute, die gute Musik hören wollen.
RUM: Hast du ein bestimmtes Anliegen mit deiner Sendung?
Natürlich versucht jede Musiksendung die Hörer für den Stil, den sie vertritt, zu begeistern. Ich kann aber auch ganz gut damit leben, wenn mir Leute sagen, dass sie mit der Musik nichts anfangen können. Grundsätzlich liegt mir aber daran, die Leute für Jazz zu sensibilisieren.
(mak)
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