Rechte Strukturen in Deutschland und Österreich – Ein Vergleich

Vorträge mit Stephan Grigat und der Gruppe vonnichtsgewusst

am zweiten und dritten Mittwoch ab 18:00

vonnichtsgewusst „Von Burschen, Identitären & rechten Netzwerken“ am 12.Juli um 18:00

Die „Identitäre Bewegung“ ist vor Kurzem das erste Mal in Marburg öffentlich in Erscheinung getreten. Im Hintergrund arbeiten Marburger Burschenschafter allerdings seit Jahren an der Vernetzung und dem Aufbau der sog. „Neuen Rechten“. In der öffentlichen Wahrnehmung gilt weiterhin der Österreicher Martin Sellner als wichtigster Netzwerker der „Identitären Bewegung“ im europäischen Raum. Von „PEgIdA“ in Dresden, über jede noch so kleine Regionalgruppe der deutschen „Identitären“, bis zum Mittelmeer und Norwegen führen seine Wege.

Der Vortrag wurde organisiert von Linkes Leben Marburg und Offenes Antifa Treffen Marburg(OAT). Weitere Information unter http://vonnichtsgewusst.blogsport.eu/

Das OAT trifft sich jeden Sonntag um 18:00 im Havanna8 (Lahntor 2)

Stephan Grigat „AFD & FPÖ – ein Vergleich“ am 19.Juli um 18:00

Überall in Europa sieht es aus als käme es zu einer Resurrektion nationalistischen Handelns und Rhetorik, gepaart mit Rassismus,

Antiziganismus, Antisemitismus und Hetze gegen Geflüchtete – im Gewand des sogenannten Rechtspopulismus. Auch in den postnazistischen Staaten der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich scheinen Parteien dieser Couleur fröhlich Urständ zu feiern. Der Kandidat der FPÖ, Norbert Hofer, unterlag nur knapp dem jetzt amtierenden Bundespräsidenten van Bellen und die AfD erzielte fulminante Ergebnisse bei verschiedenen Landtagswahlen in der jüngeren Vergangenheit.

Umso wichtiger ist es sich genauer und theoretisch schärfer mit diesen Parteien auseinanderzusetzen. Was sind die programmatischen Inhalte, was sind ihre Strategien? Ist es ein gesamteuropäisches Phänomen oder ein nationales Phänomen? Sind diese oben benannten Parteien alle gleich oder wo liegen ihre Gemeinsamkeiten aber auch ihre Unterschiede? Was können wir von der Analyse und der Entwicklung der FPÖ über die AfD lernen?

Der Vortrag wurde organisiert Referat für Antirassismus und politische Bildung AStA-Giessen.

 

Rechte Strukturen in Deutschland und Österreich – Ein Vergleich Teil 1

Rechte Strukturen in Deutschland und Österreich – Ein Vergleich Teil 2

Statement zum Verkauf des Lokschuppens

 

 

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Marburg,
sehr geehrtes Stadtparlament,
liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

Radio-Unerhört-Marburg e.V. (RUM) sieht den aktuellen Entwicklungen auf dem Gelände der Waggonhallen mit Spannung und Skepsis zu.

Zum einen sind wir erfreut über die Entwicklungen der letzten Jahre. Neue Radwege, Zufahrten und Gehwege machen das Gelände zugänglicher. Neue Nachbarinnen und Nachbarn, die eine Kletterhalle gebaut haben, beleben das Areal. Die geplanten Sanierungen unseres Funkhauses machen es hoffentlich barriereärmer und somit endlich zugänglich für Menschen mit Rollstuhl. Genauso freuen wir uns für unsere Nachbarinnen und Nachbarn des Rotkehlchen und der Waggonhallen. Auch ihre Gebäude werden saniert. 

Ebenso gespannt verfolgen wir den baldigen Verkauf des Lokschuppens. Der Aussicht auf eventuelle neue Nachbarn, die Platz schaffen für noch mehr kreatives Potenzial auf dem Gelände, schauen wir gespannt entgegen. Dabei ist uns als Anlieger_innen wichtig, dass die neuen Nachbarinnen und Nachbarn ein durchdachtes, transparentes Konzept und ein offenes Ohr für uns haben. Dies haben Christmann und Pfeifer durch ihre Vorgespräche mit uns und den anderen Anlieger_innen und auf der Informationsveranstaltung am 6. Juni bewiesen. 

Aber es deuten sich auch mögliche Entwicklungen an, die uns Sorge bereiten. 

Das andere der beiden übriggebliebenen Konzepte soll von der Bieter_innengemeinschaft Drehscheibe Lokschuppen, die eng mit dem Christus-Treff verknüpft ist, umgesetzt werden. Dabei ist der Christus-Treff keine harmlose und weltoffene christliche Gruppierung wie beispielsweise die ESG, die sich bereits in unserer engen Nachbarschaft befindet. Sondern eine evangelikale Gemeinschaft, welche antidemokratische und menschenfeindliche politische Inhalte vertritt.

Der Christus-Treff in Marburg ist Mitglied der Deutschen Evangelischen Allianz, welche offen Homofeindliche Standpunkte vertritt und sich dabei nicht reformierbar gibt. So trat der Vorstand der DEA gegen Ende 2016 vorzeitig zurück, nachdem er zu Anerkennung von Menschen aufgerufen hatte, die „ihre Homosexualität geistlich für sich geklärt haben und sich von Gott nicht zur Aufgabe dieser Prägung aufgefordert sehen“. Homosexualität gilt hier als unvereinbar mit dem christlichen Glauben. Ähnliche Statements sind auch von Mitgliedern des Christus Treff bekannt, bis hin zu der Aussage, dass ein homosexuelles Outing für Mitarbeiter_innen des Christus-Treff ein Kündigungsgrund sei. Zu dem 2009 vom Christus-Treff organisierten Kongress „Psychotherapie und Seelsorge“ wurden neben Roland Werner, langjährigem Vorstand des Christus Treff und u.a. Autor des Buches „Homosexualität – ein Schicksal?“, auch Vertreter_innen der Organisation Wüstenstrom, deren Hauptzweck die Therapie von Homosexualität ist, zu Vorträgen eingeladen, sowie Christl Vonholdt, welche in lesbischer Sexualität einen Fehlschlag weiblicher Entwicklung sieht. Trans Personen sind für Vonholdt leidende psychisch Kranke, die ebenfalls ihre Erfüllung in der gottgegebenen Rolle als Mutter oder Vater finden sollten. 

Hieran gab es dankenswerterweise in der Marburger Öffentlichkeit breite Kritik, unter anderem auch von einem breiten Bündnis Marburger Psychotherapeut_innen.

Der Christus-Treff will im derzeit teilweise stark einsturzgefährdeten Werkstattgebäude neben dem Ringlokschuppen eine „Erlebniswelt für Kinder“ errichten. Neben der Befürchtung, dass in diesem Umfeld bi-, homosexuelle, inter* und trans* Menschen offen diskriminiert werden, tragen wir auch Sorge, dass Kinder hier zu Intoleranz und Menschenfeindlichkeit erzogen werden. Diese Befürchtungen konnten von den Fürsprecher_innen der Bieter_innengemeinschaft Drehscheibe Lokschuppen leider nicht ausgeräumt werden. Im Gegenteil weigerte sich der Christus-Treff auf einer Informationsveranstaltung der Stadt Marburg am 6. Juni trotz mehrmaliger Nachfrage und Aufforderung, sich und sein Konzept für das Werkstattgebäude und die Nutzung des Lokschuppens vorzustellen. Dies wird kein Zufall sein.

Ebenso wenig sind die Bieter_innengemeinschaft Drehscheibe Lokschuppen oder der Christus-Treff bisher auf die Anlieger_innen zugegangen. Unsere Wünsche und Bedürfnisse spielen, anders als bei Christmann und Pfeifer, in deren Konzept keine Rolle. 

Als gemeinnütziger Verein, der mit seinen Mitgliedern für Offenheit und Toleranz eintritt, können wir nicht anders, als mit Sorge auf den möglichen Verkauf des Lokschuppens an die Bieter_innengemeinschaft Drehscheibe Lokschuppen reagieren. 

Wir fordern Entscheidungstragende dazu auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Rolle des Christus-Treff in der Bieter_innengemeinschaft sowie sein Konzept für die „Erlebniswelt“ genau zu prüfen.

Es geht uns nicht um die Ablehnung von Religiosität, die gerne in unserer Nachbarschaft ihren Ort haben kann. Sondern um ein gutes nachbarschaftliches Klima, in dem ein wertschätzendes Miteinander auf Augenhöhe möglich ist. 

Kein Raum für Sexismus, Homo-, Bi-, Trans- und Interfeindlichkeit!

Radio-Unerhört-Marburg, Juni 2017

Für ausführliche Berichte und Analysen empfehlen wir die Sammlungen von Beiträgen und Berichterstattung auf http://noplace.blogsport.de

Spendenaufruf für das RadioCamp 2017

 

Auch in diesem Jahr wird es wieder ein Radiocamp am schönen Bodensee geben.
Vom 24. – 28. Mai 2017 versammeln sich Menschen von unterschiedlichen Freien Radios, aus verschiedenen Ländern, um sich zu vernetzen, auszutauschen, Sendungen zu Produzieren, von einander zu Lernen und gemeinsam Spaß zu haben.

Das Programm, in unterschiedlichen Sprachen, sowie das Anmeldeformular findet ihr unter   http://radioca.mp/ 

Unterstützt die Netzwerke von Refugee-Sendungen im Freien Radio!

Seit 2014 sorgen Sendungen von geflüchteten Menschen in diversen Städten für dringend notwendige Informationszugänge für Geflüchtete auf Deutsch, Arabisch, Farsi/Dari, Englisch, Französisch und weitere Sprachen. Sie ermöglichen auch deutschen Hörer_innen vielfältige Einblicke in Erfahrungen, Nöte, Träume und politische Kämpfe von Geflüchteten in Deutschland und weltweit.

Auf dem jährlich stattfindendenRadiocamp der Freien Radios können sich die neuen Radiomachendengegenseitig stärken und ermutigen, Wissen und Erfahrungen zu teilenund Synergien nutzen.

Da sich die meisten Geflüchteten noch im Asylverfahren befinden und nicht über die finanziellen Mittel für die Teilnahme am Radiocamp verfügen, brauchen wir eure Unterstützung!

Solidarität mit dem Café Trauma!

Über 20 Jahre gemeinsame Geschichte und enge Kooperation verbinden Radio Unerhört Marburg mit dem Café Trauma. Eine Geschichte, aus der viele soziale und kulturelle Projekte in Marburg entstanden sind. Eine traurige Entwicklung, heute darüber berichten zu müssen, dass die Existenz des Café Trauma in Gefahr ist.

Der selbstverwaltete Kulturraum Café Trauma ist nicht der einzige Kulturträger Marburgs, der durch die geplanten Kürzungen der freiwilligen sozialen Leistungen der Stadt Marburg um 6%-12% gefährdet wird. Auch wir von Radio Unerhört Marburg e.V. und sämtliche sozialen und kulturellen Einrichtungen sind davon betroffen und müssen sich fragen:

Wie wird es bei uns weiter gehen?


Was wäre Marburg ohne das Café Trauma?

Bedeutend uninteressanter und langweiliger!

Nicht nur für uns von Radio Unerhört, sondern für viele Menschen, auch außerhalb Marburgs, ist das Trauma eine feste Größe für Konzerte, Lesungen, Partys, Vorträge, Filmfeste, Kinoabende und andere Veranstaltungen. Neben dem bunten kulturellen Angebot, das ein ehrenamtlich engagiertes Team organisiert, ist das Café Trauma auch ein unersetzlicher Raum für externe Veranstaltungsgruppen – es gibt keinen anderen Ort in Marburg, der diese Größe hat und unkommerziell nutzbar ist.

Wo sonst in Marburg sollte diese Vielfalt ermöglicht werden?

Zu einer lebendigen städtischen Kultur gehören kulturelle Alternativen, die sich gegenseitig inspirieren: der Verlust des Café Trauma wäre auch ein konkreter Verlust von einem Stück freiem Radio in Marburg. Deshalb:

Das Cafe Trauma soll leben und braucht dazu städtische Unterstützung!

Mitgliedervollversammlung am Samstag 14. Januar

Am kommenden Samstag, den 14.01.2017, findet ab 16:00 unsere nächste Mitgliedervollversammlung statt.

Die Liste der bisherigen Tagesordnungspunkte sind den Einladungen beigefügt und liegen im Funkhaus aus.
Solltet ihr nicht erscheinen können und möchtet, dass trotzdem über ein bestimmtes Thema gesprochen werden soll, so schreibt einfach eine entsprechende Mail an den Bürodienst.

Bitte bringt die die Unterlagen, die der Einladung beigefügt waren zur Mitgliedervollversammlung mit.

Erscheint Zahlreich, wir sehen uns am Samstag!

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildquelle: Skitter Photo

BFR-Kongress und Radiokunst-Festival im Oktober

Auch dieses Jahr wird es wieder einen Kongress des Bundesverband Freier Radios  geben.

http://www.freie-radios.de/images/ZWCM2016.jpgVom 20. bis 23. Oktober 2016 lädt der Bundesverband Freier Radios zu seinem diesjährigen Kongress -der Zukunftswerkstatt Community Medien 2016- nach Halle (Saale) ein. In Diskussionsrunden, Workshops und Vorträgen bietet die #ZWCM2016 den gemeinsamen Austausch zu Medienpolitik, Radiopraxis und Technik.
Themenschwerpunkte werden zudem die Funktion und die Aufgaben Freier Radios in Zeiten des gesellschaftlichen Rechtsrucks und ihre Rolle bei der Selbstorganisation von Geflüchteten sein. Gastgeber ist in diesem Jahr Radio CORAX. Informationen zum Programm als auch die Möglichkeit sich anzumelden gibt es unter community-media.net.

Wem das noch nicht reicht: Im Oktober findet außerdem das 30-tägige Radiokunst-Festival Radio Revolten in Halle statt

Parallel findet in dieser Zeit das von Radio CORAX veranstaltete Internationale Radiokunst-Festival Radio Revolten statt: „Radiokunst als eigenständige Kunstform in ihrer Vielstimmigkeit zu präsentieren ist Anliegen des 30tägigen Festivals. 70 Künstler_innen aus 17 Ländern präsentieren aktuelle Radiokunst an 15 Orten der Stadt in Form von Ausstellungen, Installationen, Performances und Konzerten. On Air fndet das Festival auf der UKW-Frequenz 99,3 MHz statt. 35 über die Welt verteilte Radiostationen werden Teile der Radio Revolten in ihr Programm integrieren.“

Weitere Informationen findet ihr unter:
http://www.community-media.net/
http://radiorevolten.net/
http://www.freie-radios.de/
http://radiocorax.de/

Audio-Vortragsreihe zu Antisemitismus, der Geschichte Israels und der Konfliktlage im Nahen Osten

Radio einschalten, zurücklehnen und entspannt zuhören.
In unserer aktuellen Audio-vortragsreihe wollen wir euch auf RUM einen Einstieg in die Thematik rund um Antisemitismus anbieten.
Den Anfang macht Lothar Galow-Bergemann, der uns eine kurze Einführung in die Kritik des Antisemitismus liefert. Unter anderem wird am jüngsten Werk von Wolfgang Gehrcke exemplarisch linker Antisemitismus erläutert.
In der darauf folgenden Woche schildert Karl Pfeifer seine Erlebnisse während des zweiten Weltkrieges in Österreich und Ungarn sowie seine Zeit als Soldat bei der Palmach, um die Gründungszeit Israels.
Zu guter Letzt hört ihr Stephan Grigat, der die Bedrohungslage des iranischen Atompotentials für Israel skizziert, aber auch auf andere Player in der aktuellen Konfliktlandschaft im Nahen Osten eingeht.

Die Sendungen sind Aufzeichnungen von vergangenen Veranstaltungen in Marburg, die vom Bündnis gegen Antisemitismus Marburg und dem Jungen Forum der DIG-Mittelhessen organisiert wurden.
Weitere Informationen zu den Vorträgen und den Referenten findet ihr bei Emanzipation und Frieden, dem Verlag EditionCritic sowie auf der Webseite der Gruppe Café Critique.

Alle Sendungen werden nach der Ausstrahlung für eine Woche als Podcast auf unserer Webseite zum Nachhören bereitgestellt.

Sa 11.06 16- 19 Uhr
Lothar Galow-Bergemann
Israel und die deutsche Linke.Warum es kein Rufmord ist über (linken) Antisemitismus zu sprechen

Sa 18.06 16 – 19 Uhr
Karl Pfeifer
Einmal Palästina und zurück

So 26.06 13 – 16 Uhr
Stephan Grigat
Die Einsamkeit Israels. Zur aktuellen Situation im Nahen Osten und im Iran