Stellenausschreibungen

„Wir bleiben in Bewegung.“ Dieses Zitat aus unserem Radioprogramm trifft auch auf die wenigen Stellen zu, die wir hier im Radio haben.

Daher hat Radio Unerhört Marburg zwei Stellen zu besetzen.
Zum 01. Februar 2018 suchen wir eine*n

und möchten die

neu besetzen.

Die ausführlichen Stellenbeschreibungen gibt es bei den jeweiligen Links.

Bewerbungsfrist ist bei beiden Stellen der 01. Dezember 2017.

Kontakt für Nachfragen: stellen@radio-rum.de

Music was our first love

Samstag , 2. Dezember, 18:00 – 20:00 Uhr

Thema : Worldmusic (2) – Fishing for sounds

Im zweiten Teil unseres “Weltmusik-Features” reist die Redaktion musikalisch zu den Gestaden des Mittelmeeres – jenen Gefilden, die nicht nur durch ihr mildes Klima begeistern, sondern wo auch jeder Meter Strand als „Touristenbadewanne“ genutzt wird.

Hier prallten nicht nur in der Geschichte die Welten des Okzidents und des Orients aufeinander, woraus sich dieses spezifisch kulturelle Amalgam entwickelte, welches wir musikalisch pointiert den geneigten Hörer(innen) von Radio Unerhört zu Ohren kommen lassen wollen.

Es soll auch nicht verschwiegen werden, dass diese Kultursymbiose eine erkleckliche Anzahl von blutigen Kriegen zur Grundlage hatte, und auch in der Gegenwart üben sich diverse Mittelmeeranrainer mehr in der Kunst des gegenseitigen Abschlachtens.

Das hat die Redaktion in ihrer akribisch musikalischen Feldforschung trotzdem nicht abgeschreckt, und so hat sie rund um diesen riesigen Teich arabisch-afrikanische Klänge von Marokko bis Kairo gesammelt. Sephardische Lieder wurden handverlesen, und auf dem Balkan haben wir die Sinti- und Roma Kapellen bewundert, denen scheinbar nie die Luft ausging, aber auch bei den leisen melancholischen Tönen haben wir die Ohren gespitzt.

Ausgespart haben wir uns die türkische Musik, die inzwischen in den Vorstädten jeder deutschen Groß- und Kleinstadt aus den Ghettoblastern kommt. Ebenso haben wir uns ein Remake des großen Kreters SORBAS mit seinem Sirtaki verkniffen. Wir fanden die Pentatonik schon vor 30 Jahren etwas altbacken.

Als Schmankerl gibt’s dann aber zum Schluss noch ein paar luftige Akkorde einer echten Multikulti-Truppe aus Bella Italia zu hören.

Erwähnt sei noch, dass neben vielen Informationen zur vorgestellten Musik, die Redaktion auf ihrer Reise durch solche elysischen Landschaften – die übrigens dort beginnt, wo der erste Teil der Reise des “Weltmusik-Features” endete, nämlich auf den kapverdischen Inseln –, ihrer Neigung zu philosophischen Betrachtungen nicht widerstehen konnte, und so kommen auch Gemeinplätze der abendländischen Philosophie hier zu einem kurzen Auftritt, die der Redaktion ein Augenzwinkern wert sind.

Wer aus der geneigten Hörerschaft dieses Jahr noch nicht in den südlichen Gegenden seinen Urlaub verbracht hat, sollte sich diesen kulturell-musikalischen Höhepunkt mediterraner Genüsse auf keinen Fall entgehen lassen; und das nur hier in der Sendereihe „Music was Our First Love“ auf Radio Unerhört Marburg, 90,1 MHZ….. ein toskanischer Entschlackungsurlaub ist dagegen sowieso nur ein müder Abklatsch.

Kulturbeben November 2017

Wenn die Tage wieder dunkler werden, wird es mal wieder Zeit ins Kino oder Theater zu gehen. Die Novemberausgabe von Kulturbeben gibt euch dafür einige Empfehlungen:

Music was our first love – November

Samstag, 4. November 18:00 – 20:00 Uhr

Thema : Worldmusic (1) – The Putumayo Blend

Ein Lied geht um die Welt”… das war einmal, schon lange her! Selbst als in den 70igern so berühmte Musiker wie die BEATLES in Indien nicht nur Erleuchtung suchten, sondern auch musikalische Ideen aus einer anderen Kultur, oder der Schlagzeuger PETE YORK sich in Bali unter die GAMELAN Orchester mischte, blieb das musikalische Echo aus den exotischen Weltgegenden aus.

Es ist ein unbedeutender Treppenwitz der westlichen Kulturgeschichte, dass das boomende Genre der ‚Weltmusik’ sein Dasein nicht den treibenden Kräften der westlichen Kultur verdankt, wie das manche Schöngeister gern sehen möchten, sondern im Grunde ein Reflex der weltweiten kapitalistischen Ökonomie ist. Die hat bis heute – verbrämt mit Ihrer Ideologie der „Globalisierung“ – die Hinterlassenschaften des Kolonialismus zu einer für sie nach allen Regeln des Profits brauchbaren, Rohstoff liefernden Dritten Welt gemacht. Das hat in diesen Ländern ehemals blühende Landschaften in monokulturelle Agrarregionen verwandelt und die Armutsrate der ansässigen Bevölkerung erkleckliche Ausmaße annehmen lassen.

Die paar einheimischen Individuen, die dort in Kultur respektive Musik gemacht haben, waren daher bei den Sorgen ihrer Landsleute nicht sehr gefragt. Also sind viele in die westlichen Kulturmetropolen emigriert und haben dort ihr Glück versucht. Die Kulturszene dort hat sich gebauchpinselt gefühlt, und die Exoten als Bereicherung ihrer eigenen Kultur interpretiert. Und die ganz Cleveren haben gleich ein Geschäft daraus gemacht, die fremden Musiker und deren Musik vereinnahmt und die Musikindustrie hat dafür den ‚ETHNO-Sound’ und die ‚Weltmusik’ erfunden. So kann man im zeitgenössischen musikalischen „Zoo“ seltene, bunt gefiederte Spezies finden, deren „Flügel“ aber sinnigerweise nach der neuesten westlichen Musikmode gestutzt wurden. Denn auch die Ohren eines westlichen Musikpublikums mögen lieber das hören, was sie schon lange gewohnt sind! Und da wo das westliche Verständnis und die Komposition von Musik noch nicht das Fremdartige assimiliert hat, ist sich die hiesige Musikkultur einig, dass das nicht ‚Weltmusik’ sein kann, weshalb es „verständnisvoll“ als „Folklore“ belächelt wird.

Dargestellt wird diese Entwicklung an dem New Yorker Edel-Ethno-Label PUTUMAYO, mit viel Informationen und noch mehr Musik, die formell sich sehr prätentiös fremd gibt, aber doch irgendwie immer „heimisch“ klingt.

Ein Lied ging um die Welt“… das war einmal…. zurückgekommen ist eine musikkulturelle Ideologie, die in ihrer ganzen souveränen Arroganz eine Heerschar von musikalischen Exoten aufmarschieren lässt, nur um sich in ihnen selbst zu bespiegeln. Wer sich darüber informieren, sich in seinem „Weltbürgerbewußtsein“ sonnen oder auch nur musikalisch berieseln lassen will, der sollte sein Hörgerät unbedingt einschalten, wenn es wieder heißt: MUSIC WAS OUR FIRST LOVE.

Programmheft Oktober 2017

Die Tage werden wieder länger und dunkler.

Während die Natur sich nochmal mit einer Farbenpracht in die Winterpause verabschiedet, wird es in der Stadt wieder richtig lebhaft. Den zusammen mit den Erstsemstern sind wieder über 25.000 Studierende in der Stadt zum leben, feiern und natürlich lernen.

Auch im Radio herrscht gerade Hochbetrieb und viel Bewegung. Da unser geliebtes Funkhaus endlich mal saniert wird, bedeutet dies für uns, für ungefähr ein Jahr, dieses zu verlassen und in ein Ausweichquartier zu ziehen. Dies sorgt nicht nur für Umzugsstress sondern hat eine massive Digitalisierungswelle bei uns ausgelöst, so dass bald ein großer Teil unseres Musikarchivs digital nutzbar ist. Den ganzen Auswand machen wir, damit wir beim Umzug weniger tragen müssen. Aber egal von wo wir senden, wir bleiben die gesamte Zeit für euch hörbar und werden Úmzug und Sanierung cross-medial begleiten.

Neuen Schwung bringen auch unsere neuen FSJlerinnen ins Funkhaus, die im September ihr kulturelles Jahr bei uns begonnen haben.

Im Oktober bringen wir euch unser Radio noch näher, wenn ihr am 12. Oktober zum O-Markt ins Hörsaalgebäude kommt. Den dort findet ihr unseren Info-Stand im 2. Stock und könnt uns alles Fragen rund ums Radio machen. Ansonsten könnt ihr auch zu unserem Info-Café Dienstags zwischen 16 – 18 Uhr vorbei schauen und noch unser altes, unsaniertes Funkhaus kennen lernen.

Unser Programm zeigt sich derweil wie die Natur im Herbst, farbenfroh und für jede:n was dabei. Wer schon immer wissen wollte was sich hinter der Sendung Progressiva verbirgt findet in diesem Heft die Antwort und viele weitere Empfehlungen in seine Lieblingssendungen zu hören oder mal seinen Horitzont zu erweitern und mal was neues zu hören.

Unser Programm bietet dafür auf jeden Fall die Gelegenheit. (al)

[Update] Einschränkungen bei Stream und telefonische Erreichbarkeit am 28. Juni

Am Mittwoch den 28. Juni startet unsere Telefonanschluss ins richtige,  digitale Zeitalter, den alles wird IP.
Auf Grund dieser Umstellung sind wir zeitweise nicht per Telefon zu erreichen.

Da dies auch unseren Internetzugang betrifft, über den wir unseren Stream anbieten, ist diese ebenfalls betroffen.

[update] Nichts ist so einfach wie es scheint. Das Telefon will leider noch nicht so richtig und der Internetstream wird leider auch noch einige Zeit nicht funktionieren. [/update]

Wir haben Grund zum feiern! – Lizenzverlängerung bis 2022

Die LPR hat heute bekannt gegeben das sie unsere Lizenz bis Ende 2022 verlängert.
Also weitere 5 Jahre Freies Radio in Marburg.

Hier die Pressemitteilung der Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien​:

Zulassungen der sieben hessischen nichtkommerziellen Lokalradios verlängert

In ihrer heutigen Sitzung hat die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) die Zulassungen der sieben hessischen nichtkommerziellen Lokalradios (NKLs) bis zum Jahr 2022 verlängert. Da alle die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, stand einer Verlängerung nichts im Wege.

Die sieben lokalen Hörfunkinitiativen Freies Radio Kassel e. V., RundFunk Meißner e. V. (Eschwege), Radio Unerhört Marburg e. V., RADAR e. V. (Darmstadt), Radio X-Mix e. V. (Frankfurt am Main), Kommunales Radio Rüsselsheim – K2R e. V. und Radio RheinWelle 92,5 e. V. (Wiesbaden) senden pro Jahr rund 61 Tausend Programmstunden, die durch ehrenamtliche Arbeit produziert werden. Die Versammlung der LPR Hessen erwartet von der Einrichtung und Zulassung der Programme eine publizistische Ergänzung im lokalen Kommunikationsraum und eine Vielfalt, mit der in den Bereichen eines Vollprogramms Nischen in Information, Unterhaltung, Bildung und Beratung besetzt werden. Zudem sollen sie unterschiedlichen lokalen Gruppen die Möglichkeit zur aktiven Programmgestaltung geben.

Die Ergebnisse aktueller Nutzungs- und Inhaltsanalysen bestätigen vorausgehende Erfahrungen mit den hessischen NKL‘s. Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung, betont: „Die sieben NKLs stellen nicht nur eine Bereicherung der Medienlandlandschaft im lokalen Raum dar, sondern tragen zudem einen wesentlichen Anteil zur Meinungsbildung bei. Sie sind eine publizistische Ergänzung zu den vorhandenen Medien und zeichnen sich durch lokalen Kolorit und einen hohen Anteil an sachlicher und gesellschaftlich relevanter Information aus.“

Kulturbeben Juni 2017

Die Themen der Sendung:

Kulturbeben Mai 2017

Am 3. Mai lief die erste Ausgabe von

Kulturbeben
Kultur für alle – von allen

Die Themen der Sendung:

Ein kleines Radio und die große Politik

Da war doch gerade das 20jährige RUM-Jubiläum – und das heißt, es wird Zeit für die traditionelle Jubiläumsjammerei über den großen politischen Anspruch und die kleinteilige Wirklichkeit.
RUM ist mit einem politischen Anspruch gestartet – obwohl es im Rückblick so scheinen mag, dass er schon damals nicht recht klar war. Schlagwort war: Gegenöffentlichkeit. Es ging darum, auf Mißstände hinzuweisen, benachteiligte Gruppen selber zu Wort kommen zu lassen … Schon bald wurde der Begriff aber offenbar skeptisch gesehen: als die naive Vorstellung, mittels Verbreitung von Informationen letztlich die Gesellschaft verändern zu können.
Ist das eine „verkürzte Medienwirkungsanalyse“? Oder liegt die Frustration über die ausbleibende Wirkung bloß an der mangelhaften Umsetzung dieses Anspruchs? Denn ein konkretes und umfassendes politisches Programm gab es nie, allenfalls inhaltliche Rahmenpunkte. Dazu kommt, dass das Programm ehrenamtlich produziert wird, also mit den dafür typischen Nachteilen zu kämpfen hat: mangelnde Kontinuität, unzureichende Arbeitsbedingungen, schlicht nicht genug Zeit für umfangreiche Recherchen …
Ist das Konzept der Gegenöffentlichkeit gescheitert, oder sind bloß wir mit der Umsetzung gescheitert?

Weiterlesen Ein kleines Radio und die große Politik