Programmheft Oktober 2017

Die Tage werden wieder länger und dunkler.

Während die Natur sich nochmal mit einer Farbenpracht in die Winterpause verabschiedet, wird es in der Stadt wieder richtig lebhaft. Den zusammen mit den Erstsemstern sind wieder über 25.000 Studierende in der Stadt zum leben, feiern und natürlich lernen.

Auch im Radio herrscht gerade Hochbetrieb und viel Bewegung. Da unser geliebtes Funkhaus endlich mal saniert wird, bedeutet dies für uns, für ungefähr ein Jahr, dieses zu verlassen und in ein Ausweichquartier zu ziehen. Dies sorgt nicht nur für Umzugsstress sondern hat eine massive Digitalisierungswelle bei uns ausgelöst, so dass bald ein großer Teil unseres Musikarchivs digital nutzbar ist. Den ganzen Auswand machen wir, damit wir beim Umzug weniger tragen müssen. Aber egal von wo wir senden, wir bleiben die gesamte Zeit für euch hörbar und werden Úmzug und Sanierung cross-medial begleiten.

Neuen Schwung bringen auch unsere neuen FSJlerinnen ins Funkhaus, die im September ihr kulturelles Jahr bei uns begonnen haben.

Im Oktober bringen wir euch unser Radio noch näher, wenn ihr am 12. Oktober zum O-Markt ins Hörsaalgebäude kommt. Den dort findet ihr unseren Info-Stand im 2. Stock und könnt uns alles Fragen rund ums Radio machen. Ansonsten könnt ihr auch zu unserem Info-Café Dienstags zwischen 16 – 18 Uhr vorbei schauen und noch unser altes, unsaniertes Funkhaus kennen lernen.

Unser Programm zeigt sich derweil wie die Natur im Herbst, farbenfroh und für jede:n was dabei. Wer schon immer wissen wollte was sich hinter der Sendung Progressiva verbirgt findet in diesem Heft die Antwort und viele weitere Empfehlungen in seine Lieblingssendungen zu hören oder mal seinen Horitzont zu erweitern und mal was neues zu hören.

Unser Programm bietet dafür auf jeden Fall die Gelegenheit. (al)

Music was our first Love am Samstag dem 02. September

Samstag 2. September 2017, 18:00 – 20:00 Uhr

ALS DAS SAXOPHON IN DIE SCHULE KAM…

.Mann-O-Mann, hatte das Kleine sich da herausgeputzt !

Die ganz aus Perlmutt gefertigten Druckknöpfe auf den Klappen schimmerten noch im fahlsten Licht in den schillernsten Farben. Die Klappen selbst waren mit feinstem Leder abgepolstert und die polierten Stahlfederchen der filigranen Mechanik blinkten verheißungsvoll. Und dann erst der schlanke Korpus, fein gezogen aus einem Metallstück in einem kelchförmigen Becher endend, und ganz mit mattgoldenem Lack sorgfältig überzogen und mit kunstvollen Gravuren auf der Außenseite des Bechers eingeritzt, glänzte es von allen Seiten – eine wahre Augenweite, dass einem vor Bewunderung die Luft wegblieb.

Die brauchte man allerdings, um ihm einen Ton zu entlocken, und da war dann deutlich zu hören, dass es mit Letzterem nicht zum Besten stand. Aber da waren exzellente Lehrer, die sich dieses feinen Instruments annahmen. Ihre Namen sind in die Annalen des Jazz eingegangen.

COLEMAN HAWKINS war der erste, der dem Tenorsaxophon den solistischen Stellenwert im Jazz gab, den es bis heute unangefochten innehat. Der andere war LESTER YOUNG, der dem Instrument einen Sound entlockte, der im Nachhinein mit dem Begriff der „Tenorisierung des Klangs im Jazz“ Musikgeschichte geschrieben hat.

Von diesen beiden „Saxophonschulen“ und vor allem vom Leben und Wirken ihrer Protagonisten und Adepten berichtet dieses Musikfeature.

Und wie alle Jazzliebhaber bald bemerken werden, ist es eine typische Geschichte des Jazz: voll von geballter Energie und Virtuosität einerseits und trostloser Tragik andererseits, aber prallvoll mit dieser wunderbaren, zeitlosen Musik, die nicht nur die Seele zum Schwingen bringt.

Also… Hörgeräte einschalten, anzählen und mit dem Fuß mitklopfen, wenn es wieder heißt: Music was Our first Love !

Bildquelle : http://www.ouest-france.fr/pays-de-la-loire/chateaubriant-44110/theatre-de-verre-academie-du-jazz-lester-young-le-president-4735150

Programmheft August 2017

Es ist August. Hochsommer, sollte man meinen. Aber irgendwie meint das Wetter
etwas ganz anderes. Egal, Sommer ist, was im Herzen passiert.
Wie im letzten Editorial bereits angekündigt, waren bereits einige Sendungsmachende
auf der documenta in Kassel.
Lilith und ich waren auf unserem FSJ-Abschlussseminar in Kassel und haben viel
Zeit in Museen oder an Ausstellungsorten verbracht.
Das Redaktionsteam von Kulturbeben war auch da und hat bereits eine Sendung
zur documenta ausgestrahlt, nachgehört werden kann sie nicht mehr lange – der
Podcast ist noch bis zum 02. August auf unserer Homepage zu finden.
Die documenta ist noch bis zum 17. September in Kassel zu finden, erste Eindrücke
gibt‘s auf der Doppelseite.
Aber Kulturbeben hat nicht nur die documenta besucht, es gehört zu den drei
Sendungen, die im Juli einen festen Sendeplatz beantragt und bekommen haben.
Mit dabei sind außerdem Juicy Sushi und Radio in leichter Sprache!
Und wenn du auch eine Sendung machen möchtest, hast du die Möglichkeit im
nächsten Monat einen unserer Wochenendworkshops zur Einführung ins Radiomachen
zu besuchen. Der nächste findet statt vom 08. – 10. September.
Außerdem sind im September auch nicht mehr Lilith und ich im Öff-Büro anzutreffen.
Im Septemberprogrammheft hörst du aber nochmal von uns.
Wir wünschen dir viel Spaß mit diesem Programmheft und natürlich auch mit dem
Augustprogramm bei Radio Unerhört Marburg! (jr)

 

Rechte Strukturen in Deutschland und Österreich – Ein Vergleich

Vorträge mit Stephan Grigat und der Gruppe vonnichtsgewusst

am zweiten und dritten Mittwoch ab 18:00

vonnichtsgewusst „Von Burschen, Identitären & rechten Netzwerken“ am 12.Juli um 18:00

Die „Identitäre Bewegung“ ist vor Kurzem das erste Mal in Marburg öffentlich in Erscheinung getreten. Im Hintergrund arbeiten Marburger Burschenschafter allerdings seit Jahren an der Vernetzung und dem Aufbau der sog. „Neuen Rechten“. In der öffentlichen Wahrnehmung gilt weiterhin der Österreicher Martin Sellner als wichtigster Netzwerker der „Identitären Bewegung“ im europäischen Raum. Von „PEgIdA“ in Dresden, über jede noch so kleine Regionalgruppe der deutschen „Identitären“, bis zum Mittelmeer und Norwegen führen seine Wege.

Der Vortrag wurde organisiert von Linkes Leben Marburg und Offenes Antifa Treffen Marburg(OAT). Weitere Information unter http://vonnichtsgewusst.blogsport.eu/

Das OAT trifft sich jeden Sonntag um 18:00 im Havanna8 (Lahntor 2)

Stephan Grigat „AFD & FPÖ – ein Vergleich“ am 19.Juli um 18:00

Überall in Europa sieht es aus als käme es zu einer Resurrektion nationalistischen Handelns und Rhetorik, gepaart mit Rassismus,

Antiziganismus, Antisemitismus und Hetze gegen Geflüchtete – im Gewand des sogenannten Rechtspopulismus. Auch in den postnazistischen Staaten der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Österreich scheinen Parteien dieser Couleur fröhlich Urständ zu feiern. Der Kandidat der FPÖ, Norbert Hofer, unterlag nur knapp dem jetzt amtierenden Bundespräsidenten van Bellen und die AfD erzielte fulminante Ergebnisse bei verschiedenen Landtagswahlen in der jüngeren Vergangenheit.

Umso wichtiger ist es sich genauer und theoretisch schärfer mit diesen Parteien auseinanderzusetzen. Was sind die programmatischen Inhalte, was sind ihre Strategien? Ist es ein gesamteuropäisches Phänomen oder ein nationales Phänomen? Sind diese oben benannten Parteien alle gleich oder wo liegen ihre Gemeinsamkeiten aber auch ihre Unterschiede? Was können wir von der Analyse und der Entwicklung der FPÖ über die AfD lernen?

Der Vortrag wurde organisiert Referat für Antirassismus und politische Bildung AStA-Giessen.

 

Rechte Strukturen in Deutschland und Österreich – Ein Vergleich Teil 1

Rechte Strukturen in Deutschland und Österreich – Ein Vergleich Teil 2

Programmheft Juli

Jetzt ist es aber soweit. Es ist Juli, es ist Sommer.

Radio Unerhört ist unerhört viel unterwegs, so lassen sich auch im Juli einige Re-
dakteur:innen auf der documenta in Kassel blicken. Und wer da niemanden trifft,
hat vielleicht die Chance, die Stimmen aus dem Radio an der Lahn wiederzuer-
kennen.
Wir möchten dieses Editorial nutzen, um ein Gedicht zu veröffentlichen es

stammt von Kat, die freitags Frühschicht macht und ist ein „Poem for RUMies“.

RADIO UNERHOERT MARBURG
Last thing at night, first in the morning,
Such a small box and yet so many stories!
You talk to me, I hear the news,
I laugh, I cry, I smile with you
You’re always there when no one’s around
When things are quiet, you are the sound,
So many wonderful new things to hear

Welcome to Radio Unerhört my dears!

Welcome to Radio Unerhört heißt es aber nicht nur für Hörer:innen. Auch alle,
die das Funkhaus mal von innen sehen wollen oder die vielleicht Lust haben, selbst
eine Sendung zu machen, sind bei uns immer herzlich Willkommen. Jeden Diens-
tag von 16 – 18 Uhr haben wir unser RUM-Info-Café, bei dem alle Radio-Interes-
sierten die Möglichkeit haben, ihre Neugier und ihren Tatendrang zu stillen.
Wir freuen uns auf unerhörtes, aber abwechslungsreiches Programm im Juli.
PS: Ein Radio kann man fast überall mit hin nehmen, es braucht also niemand auf
RUM zu verzichten, weil das Wetter zum Draußensein einlädt.

https://www.radio-rum.de/blog/wp-content/uploads/2017/06/2017-07-1.pdf

[Update] Einschränkungen bei Stream und telefonische Erreichbarkeit am 28. Juni

Am Mittwoch den 28. Juni startet unsere Telefonanschluss ins richtige,  digitale Zeitalter, den alles wird IP.
Auf Grund dieser Umstellung sind wir zeitweise nicht per Telefon zu erreichen.

Da dies auch unseren Internetzugang betrifft, über den wir unseren Stream anbieten, ist diese ebenfalls betroffen.

[update] Nichts ist so einfach wie es scheint. Das Telefon will leider noch nicht so richtig und der Internetstream wird leider auch noch einige Zeit nicht funktionieren. [/update]

Statement zum Verkauf des Lokschuppens

 

 

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Marburg,
sehr geehrtes Stadtparlament,
liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

Radio-Unerhört-Marburg e.V. (RUM) sieht den aktuellen Entwicklungen auf dem Gelände der Waggonhallen mit Spannung und Skepsis zu.

Zum einen sind wir erfreut über die Entwicklungen der letzten Jahre. Neue Radwege, Zufahrten und Gehwege machen das Gelände zugänglicher. Neue Nachbarinnen und Nachbarn, die eine Kletterhalle gebaut haben, beleben das Areal. Die geplanten Sanierungen unseres Funkhauses machen es hoffentlich barriereärmer und somit endlich zugänglich für Menschen mit Rollstuhl. Genauso freuen wir uns für unsere Nachbarinnen und Nachbarn des Rotkehlchen und der Waggonhallen. Auch ihre Gebäude werden saniert. 

Ebenso gespannt verfolgen wir den baldigen Verkauf des Lokschuppens. Der Aussicht auf eventuelle neue Nachbarn, die Platz schaffen für noch mehr kreatives Potenzial auf dem Gelände, schauen wir gespannt entgegen. Dabei ist uns als Anlieger_innen wichtig, dass die neuen Nachbarinnen und Nachbarn ein durchdachtes, transparentes Konzept und ein offenes Ohr für uns haben. Dies haben Christmann und Pfeifer durch ihre Vorgespräche mit uns und den anderen Anlieger_innen und auf der Informationsveranstaltung am 6. Juni bewiesen. 

Aber es deuten sich auch mögliche Entwicklungen an, die uns Sorge bereiten. 

Das andere der beiden übriggebliebenen Konzepte soll von der Bieter_innengemeinschaft Drehscheibe Lokschuppen, die eng mit dem Christus-Treff verknüpft ist, umgesetzt werden. Dabei ist der Christus-Treff keine harmlose und weltoffene christliche Gruppierung wie beispielsweise die ESG, die sich bereits in unserer engen Nachbarschaft befindet. Sondern eine evangelikale Gemeinschaft, welche antidemokratische und menschenfeindliche politische Inhalte vertritt.

Der Christus-Treff in Marburg ist Mitglied der Deutschen Evangelischen Allianz, welche offen Homofeindliche Standpunkte vertritt und sich dabei nicht reformierbar gibt. So trat der Vorstand der DEA gegen Ende 2016 vorzeitig zurück, nachdem er zu Anerkennung von Menschen aufgerufen hatte, die „ihre Homosexualität geistlich für sich geklärt haben und sich von Gott nicht zur Aufgabe dieser Prägung aufgefordert sehen“. Homosexualität gilt hier als unvereinbar mit dem christlichen Glauben. Ähnliche Statements sind auch von Mitgliedern des Christus Treff bekannt, bis hin zu der Aussage, dass ein homosexuelles Outing für Mitarbeiter_innen des Christus-Treff ein Kündigungsgrund sei. Zu dem 2009 vom Christus-Treff organisierten Kongress „Psychotherapie und Seelsorge“ wurden neben Roland Werner, langjährigem Vorstand des Christus Treff und u.a. Autor des Buches „Homosexualität – ein Schicksal?“, auch Vertreter_innen der Organisation Wüstenstrom, deren Hauptzweck die Therapie von Homosexualität ist, zu Vorträgen eingeladen, sowie Christl Vonholdt, welche in lesbischer Sexualität einen Fehlschlag weiblicher Entwicklung sieht. Trans Personen sind für Vonholdt leidende psychisch Kranke, die ebenfalls ihre Erfüllung in der gottgegebenen Rolle als Mutter oder Vater finden sollten. 

Hieran gab es dankenswerterweise in der Marburger Öffentlichkeit breite Kritik, unter anderem auch von einem breiten Bündnis Marburger Psychotherapeut_innen.

Der Christus-Treff will im derzeit teilweise stark einsturzgefährdeten Werkstattgebäude neben dem Ringlokschuppen eine „Erlebniswelt für Kinder“ errichten. Neben der Befürchtung, dass in diesem Umfeld bi-, homosexuelle, inter* und trans* Menschen offen diskriminiert werden, tragen wir auch Sorge, dass Kinder hier zu Intoleranz und Menschenfeindlichkeit erzogen werden. Diese Befürchtungen konnten von den Fürsprecher_innen der Bieter_innengemeinschaft Drehscheibe Lokschuppen leider nicht ausgeräumt werden. Im Gegenteil weigerte sich der Christus-Treff auf einer Informationsveranstaltung der Stadt Marburg am 6. Juni trotz mehrmaliger Nachfrage und Aufforderung, sich und sein Konzept für das Werkstattgebäude und die Nutzung des Lokschuppens vorzustellen. Dies wird kein Zufall sein.

Ebenso wenig sind die Bieter_innengemeinschaft Drehscheibe Lokschuppen oder der Christus-Treff bisher auf die Anlieger_innen zugegangen. Unsere Wünsche und Bedürfnisse spielen, anders als bei Christmann und Pfeifer, in deren Konzept keine Rolle. 

Als gemeinnütziger Verein, der mit seinen Mitgliedern für Offenheit und Toleranz eintritt, können wir nicht anders, als mit Sorge auf den möglichen Verkauf des Lokschuppens an die Bieter_innengemeinschaft Drehscheibe Lokschuppen reagieren. 

Wir fordern Entscheidungstragende dazu auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Rolle des Christus-Treff in der Bieter_innengemeinschaft sowie sein Konzept für die „Erlebniswelt“ genau zu prüfen.

Es geht uns nicht um die Ablehnung von Religiosität, die gerne in unserer Nachbarschaft ihren Ort haben kann. Sondern um ein gutes nachbarschaftliches Klima, in dem ein wertschätzendes Miteinander auf Augenhöhe möglich ist. 

Kein Raum für Sexismus, Homo-, Bi-, Trans- und Interfeindlichkeit!

Radio-Unerhört-Marburg, Juni 2017

Für ausführliche Berichte und Analysen empfehlen wir die Sammlungen von Beiträgen und Berichterstattung auf http://noplace.blogsport.de

Wir haben Grund zum feiern! – Lizenzverlängerung bis 2022

Die LPR hat heute bekannt gegeben das sie unsere Lizenz bis Ende 2022 verlängert.
Also weitere 5 Jahre Freies Radio in Marburg.

Hier die Pressemitteilung der Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien​:

Zulassungen der sieben hessischen nichtkommerziellen Lokalradios verlängert

In ihrer heutigen Sitzung hat die Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) die Zulassungen der sieben hessischen nichtkommerziellen Lokalradios (NKLs) bis zum Jahr 2022 verlängert. Da alle die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, stand einer Verlängerung nichts im Wege.

Die sieben lokalen Hörfunkinitiativen Freies Radio Kassel e. V., RundFunk Meißner e. V. (Eschwege), Radio Unerhört Marburg e. V., RADAR e. V. (Darmstadt), Radio X-Mix e. V. (Frankfurt am Main), Kommunales Radio Rüsselsheim – K2R e. V. und Radio RheinWelle 92,5 e. V. (Wiesbaden) senden pro Jahr rund 61 Tausend Programmstunden, die durch ehrenamtliche Arbeit produziert werden. Die Versammlung der LPR Hessen erwartet von der Einrichtung und Zulassung der Programme eine publizistische Ergänzung im lokalen Kommunikationsraum und eine Vielfalt, mit der in den Bereichen eines Vollprogramms Nischen in Information, Unterhaltung, Bildung und Beratung besetzt werden. Zudem sollen sie unterschiedlichen lokalen Gruppen die Möglichkeit zur aktiven Programmgestaltung geben.

Die Ergebnisse aktueller Nutzungs- und Inhaltsanalysen bestätigen vorausgehende Erfahrungen mit den hessischen NKL‘s. Winfried Engel, Vorsitzender der Versammlung, betont: „Die sieben NKLs stellen nicht nur eine Bereicherung der Medienlandlandschaft im lokalen Raum dar, sondern tragen zudem einen wesentlichen Anteil zur Meinungsbildung bei. Sie sind eine publizistische Ergänzung zu den vorhandenen Medien und zeichnen sich durch lokalen Kolorit und einen hohen Anteil an sachlicher und gesellschaftlich relevanter Information aus.“

Kulturbeben Juni 2017

Die Themen der Sendung:

Music Was Our First Love am Samstag den 03.06.2017

NACHRICHTEN AUS DEM SCHLARAFFENLAND

Wer kennt es nicht, dieses wundersame Bild: Ein knorriger einsamer Baum auf einem grasbewachsenen Hügel, der sich nicht unter der Last seiner Früchte beugt, sondern behangen ist von Schlangen fetter Würste und feister Schinken. Statt eines einsamen Adlers schwirrt gebratenes Geflügel durch die milden Lüfte. Im Hintergrund plätschert ein Bach aus sahniger Milch. Die Sonne steht freundlich am Firmament und im Schatten des Baumes liegt schläfrig zufrieden ein saturierter Zeitgenosse, die Hände friedlich über den Schmerbauch gefaltet, die Augen geschlossen, der Mund geöffnet, träumend in Erwartung des fatalen letzten Plätzchens.

Wie immer man auch die Allegorie dieser anstrengungslosen Völlerei deuten will, die MufL-Redaktion hat keinen Aufwand gescheut und ist weg von dieser Utopie in die wirklichen kulinarischen Gegenden vorgedrungen, enthusiastisch unterstützt von einem Fachmann der internationalen Gastronomie, der in seinen geschmackvollen Darbietungen noch die banalste Kartoffel zu einer Geschmacksexplosion der Sinne werden lässt. Zwei volle Stunden lang haben wir unsere Köpfe interessiert in viele Kochtöpfe dieser Welt gesteckt, um unserer Hörerschaft ein superbes Menu zu bieten, unterlegt mit digestiver Musik.

{ Die andere Seite der Medaille – den Hunger, der ja nicht zu knapp vorherrscht in dieser Welt – haben wir in dieser Sendung ausgeklammert. Da müssten wir unsere Hörer ja glatt darauf hinweisen, die ständigen Almosensammlungen gegen den Hunger zur Beruhigung des schlechten Gewissen aufzugeben und stattdessen lieber dem Heißhunger ihrer nationalen Unternehmerschaft – die alle als sog. „Global Players“ ihre „ökonomischen Muskeln“ spielen lassen, indem sie durch die Ausbeutung aller Ressourcen in den Ländern der sog. Dritten Welt den Hunger erst verursachen – einen Riegel vorzuschieben. Diese Erkenntnis ist eher „unappetitlich“ und ernüchternd dazu. }

Bewegen Sie sich daher mit unser weiterhin ganz stur und arrogant in den Sphären des „guten Geschmacks“. Also, Tisch festlich decken, Silberbesteck auflegen, Kerzen entzünden und natürlich Hände vorher waschen; für die entsprechende Musik sorgen wir, wenn es wieder heißt „Music was Our first Love“ am Samstag, den 3. Juni von 18:00 – 20:00 Uhr.

Übrigens, ein „Bäuerchen“ danach ist erlaubt !

Bildquelle: http://www.kunst-luebeck.de/kunstwerkedetails/schlaraffenland.html